Neues aus Jörg Maurers Hirnkastel: Der Tod greift nicht daneben

P1020114Es ist immer wieder erstaunlich, was sich aus Jörg Mauers Hirnkastel ergießt! Nicht in einem läppischen Quellflüsschen, sondern mehr als wenn die Wehre eines Staudamms geöffnet werden.

Wortgewaltig und -akrobatisch strömt es aus diesem Denk-Irrwisch heraus, ideenreich strudelt es mit vielfältigem Beiwerk in die Hirnkastel der Leser. Manchmal gespickt mit Albernheiten, vielfach mit feiner Ironie und meist humorvoll. Wie üblich mit dem bekannten Personal auf Ermittlerseite um Hubertus Jennerwein und auch mit dem Running Gag aller Jennerwein-Krimis, dem Bestatter-Ehepaar Grasegger, das seit den Vorkommnissen in einem der vorhergehenden Fälle seinen Beruf nicht mehr ausüben darf.

Im 7. Alpenkrimi Jörg Maurers, der wiederum in und um den alpenländischen Kurort mit dem schwer auszusprechenden Namen unterhalb der Kramerspitz angesiedelt ist – aber auch in den Karpaten -, spielt ein Häcksler eine bedeutende Rolle. In ihm verschwindet nicht nur das Holz einer frisch gefällten Birke, sondern auch ein Mensch. Eine weitere Hauptrolle in diesem amüsanten Stück spielt die Hand an sich. Näheres zu erklären verbietet sich, denn dann würde künftigen Lesern spoilerartig die Spannung den Bach runtergehen. Nur soviel sei noch verraten:

P1020142Da dieser Satz auf dem rückwärtigen Cover bereits gedruckt ist, kann allerdings von Geheimnisverrat hier nicht die Rede sein.

Maurer ist es wieder gelungen eine Komödie mit skurrilen Typen zu schreiben, dabei medizinisches mit pseudo-medizinischem Fachwissen zu mischen. Zum Glück für die Leser verzichtet er heuer auf oberlehrerhafte Ausführungen wie in einem früheren Werk. Aber Achtung: Es gibt auch solche Kapitel:

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Und die Albernheiten? Na ja, die gehören eben zu dem, was sich da im Hirnkastel des P1020147Autors und Kabarettisten entwickelt und unbedingt an die frische alpenländische Luft muss – auch wenn es an die 200 Mal hintereinander über eine komplette Buchseite das Wort Rhabarber ist, mit dem ausgedrückt werden soll, dass der zumeist geniale Jennerwein nicht kapiert, was im Bericht der Gerichtsmedizinerin über diese ominöse chemische Verbindung Quorn steht.

So endet die Story nach 421 Seiten und der durch Tausende von Auftritten gestählte Maurer wäre nicht er selbst, wenn er uns nicht noch einige Zugaben gönnen würde. Ich könnte diese 15 Seite „Nachgriff“ schon beschreiben, vermeide es aber, weil: Lest es selbst! Ihr werdet Euch amüsieren.

Erschienen ist dieser Alpenkrimi 2015 bei FISCHER Scherz in einer Klappbroschur

P1020114-001Die Reihenfolge der Jennerwein-Alpenkrimis:

Föhnlage (2009)

Hochsaison (2010)

Niedertracht (2011)

Oberwasser (2012)

Unterholz (2013)

Felsenfest (2014)

und im Jahr 2015 eben diesen:

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Alle Krimis sind sowohl als Printausgabe als auch als E-Books erhältlich. Besonders köstlich sind sie jedoch in gekürzter Form als Hörbücher vom Autor selbst gelesen im Handel. Beim Hören wird klar, wie es arbeitet im Hirnkastel des Denk-Irrwischs.

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