Meine Krimi-Highlights Q1-2015

Von den Neuerscheinungen, gelesen in den letzten 3 Monaten, haben mir fünf Krimis und Thriller besonders gefallen.

P1010949James Lee Burke: Regengötter.  Sheriff Hackberry Holland hat ein bewegtes Leben hinter sich. Als Anwalt, Kandidat für den Kongress, Soldat und Gefangener im Koreakrieg. Mit fast 80 Jahren ist er immer noch im Dienst, jetzt als Sheriff im Südwesten von Texas. Mit Alkohol, Bordellbesuchen und einer gescheiterten Ehe ist er durch, das Trauma von einer längeren Gefangenschaft in einem Erdloch, abgedeckt von einem Gullideckel verfolgt ihn immer noch. Nun kämpft er für Gerechtigkeit, gegen das organisierte Verbrechen und auch gegen das eigenmächtige Vorgehen einzelner Beamter FBI und ICE, der Einwanderungs- und Zollbehörde. Der schwierige, langwierige Kampf des Lonesome Cowboys, des modernen Regengotts, der ein wenig Gerechtigkeit auf den ausgedörrten Landstrich von Süd-West-Texas regnen lässt. Bis moralisch alles in seinem Sinne stimmig ist. (Ausführliche Besprechung: Hier)

 

P1020006Ray Banks: Dead Money. Dead Money spielt in Manchesters üblen Spelunken, Casinos genannt. Es wird geblufft, gezinkt, gelinkt, Spielregeln leicht modifiziert. Damit wird gutes Geld schnell zu Dead Money. Und dabei passiert’s: Als Slaters Kumpel Beale den großen Reibach bei einer illegalen Runde machen will, wird er gelinkt, macht Spielschulden. Als logische Konsequenz verprügelt der Verlierer den Initiator der Runde so, dass Slater seinem Freund bei der Beseitigung der Leiche helfen muss. Aber das ist nicht alles, was an Freundschaftsdienst erwartet wird, denn der Gewinner meldet sich, fordert die Schulden von Slater ein, dessen nahezu biedermännische Leben zwischen frustrierendem Job, kaputter Ehe, Suff und Sex mit Lucy vorbei damit vorbei ist. Schadensminimierung ist angesagt. (Ausführliche Besprechung: Hier)

Brack_GestreifteAffe-230x364Robert Brack: Der gestreifte Affe. Keine Neuerscheinung im eigentlichen Sinn, sondern neu als E-Book. Die Printausgabe erschien 10 Jahre zuvor.

Kurz nach dem 1.Weltkrieg wird Kommissar Hansen auf St. Pauli Revierleiter der Davidwache, kein einfacher Job. Der gestreifte Affe ist aber nicht nur ein Kriminalroman, sondern auch eine opulente Milieubeschreibung des Hamburger Vergnügungsviertels in der Zeit nach dem I.Weltkrieg mit all seinen schmuddeligen und glanzvollen Ecken. Neben den Taten der Kleinkriminellen blüht das große Geschäft auf dem Kiez –Prostitution, Drogenhandel, illegales Glücksspiel  einschließlich Revierkriege und Waffenschieberei. Der Krimi beinhaltet aber auch die Beschreibung der Arbeit, der Ausrüstung, und der Nöte der damaligen Polizei auf dem Kiez, bedingt auch durch die Inflation, in der die Polizisten versuchen, ihren Lohn zu erstreiken. Zudem planen diverse politische Kräfte den Aufstand, die Revolution. (Ausführliche Besprechung: Hier)

P1020114Jörg Maurer: Der Tod greift nicht daneben. Humor in Krimis gelingt nicht immer. Jedoch bei Jörg Maurer. Was sich aus dessen Hirnkastel ergießt, ist erstaunlich. Wortgewaltig und -akrobatisch strömt es aus diesem Denk-Irrwisch heraus. Manchmal gespickt mit Albernheiten, vielfach mit feiner Ironie und meist humorvoll. Wie üblich mit dem bekannten Personal auf Ermittlerseite um Hubertus Jennerwein und auch mit dem Running Gag aller Jennerwein-Krimis, dem Bestatter-Ehepaar Grasegger, das seit den Vorkommnissen in einem der vorhergehenden Fälle seinen Beruf nicht mehr ausüben darf. In diesem Alpenkrimi spielt ein Häcksler eine bedeutende Rolle und die hand an sich, denn „Der Tod hat seine Hand im Spiel“. (Ausführliche Besprechung: Hier)

P1020236Anne Kuhlmeyer: Night Train. Kein Thriller, der in eine der bekannten Schubladen passt! „Nichts ist in Ordnung!“ Nicola und André lassen sich per Zug durch die Republik und nach Paris treiben – werden getrieben. Haben Angst vor Personen aus  ihrer Vergangenheit. Wollen Altes verdrängen, wollen ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Raus aus der Zwickmühle, die sich für Nicola Zeugenschutzprogramm nennt, André möchte zurück in die Welt der Kaschmirfraktion, zurück in Richtung Luxusleben. Wie die beiden das in dieser nahezu aussichtslosen Situation in Zügen zwischen Leipzig, Berlin, München, Kirchheim unter Teck, Paris und zurück schaffen wollen, beschreibt dieser Thriller: ungewöhnlich, teilweise schrill, verwirrend – aber außerordentlich mitreißend, vielfach surreal. (Ausführliche Besprechung: Hier)

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