Jörg Maurer: Felsenfest

P1000939Wie der Alpensteinbock (Capra ibex, sh. Cover) von Felsspitze zu Felsspitze springt, hüpft Jörg Maurer von Handlungsstrang zu Handlungsstrang. Mal befindet er sich im Jahre 1294 und ein FAVOR CONTRACTUS wird quer durch Europa geleitet, mal tragen Geiselnehmer und Geiseln Lady-Gaga-Masken. Da versinkt ein wichtiges Indiz im Treibsand auf einer Bergspitze und ein Ehepaar will gemeinsam Bürgermeister der alpenländischen Gemeinde mit dem für Ausländer unaussprechlichen Doppelnamen werden.

Auch im fünften Alpenkrimi greift Maurer auf das übliche Personal zurück: Kommissar Hubertus Jennerwein mit seinem Team, die Bestattungsunternehmer a.D. Grasegger, in einer unwichtigen Nebenrolle der Verbindungsmann zwischen den dunklen Gestalten der Stadt und der Mafia, Swoboda, dazu einige Alteingesessene der oben genannten Gemeinde.

Zudem ehemalige Klassenkameraden von Jennerwein nebst deren Nachwuchs, ein Geocacher, ein SEK, die mittelalterliche Truppe um den FAVOR CONTRACTUS und weitere zunächst Unbekannte.

Als Orte der Handlung agieren einige Einrichtungen in und um GAP, wie der örtlichen Markplatz, der Friedhof und die Polizeistation, das Schwimmbad und ein geheimer Platz, die Kramerspitze und die Burgruine Werdenfels (speziell für Geocacher: 47° 30′ 28“ N   11° 2′ 52“ O ) allesamt im Werdenfelser Land.

So wie stets bei Jörg Maurers Alpenkrimis: eine chaotische Gemenge- und Handlungsstranglage, die schließlich am Ende zusammengeführt wird. Mittendrin Jennerwein, der in diesem Fall durch die missliche Lage, in der sich seine alten Spezies wegen der Geiselnahme befinden, persönlich stark involviert ist.

Das alles wird geschildert in Maurerscher Art mit Wortwitz und der quicklebendigen Umtriebigkeit der scheinbar chaotischen Erzählweise.

Wer sich damit arrangiert, ist begeistert von den Alpenkrimis des Autors und Musikkabarettisten. Es ist Kabarett, das hier geboten wird – und ich liebe es.

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Erschienen: 2014

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12 Antworten zu Jörg Maurer: Felsenfest

  1. richensa schreibt:

    Also eher eine Reihe, die man vom ersten Buch an gelesen haben muss, um diesen Band zu verstehen?

  2. zeilentiger schreibt:

    Das klingt sehr witzig! Ich hatte Jörg Maurer bisher noch nie wahrgenommen. Danke fürs Verlocken.

    • Philipp Elph schreibt:

      Manchmal – das fiel mir bei anderen seiner Krimis auf – übertreibt er mit seinem Humor so, dass der Witz mir lästig erschien.

  3. Tina schreibt:

    Man liebt ihn oder man läßt es bleiben…Mein Mann hat alles von ihm gelesen und ist gerade beim „Felsenfest“. ich habe nur Föhnlage begonnen und kam gar nicht zurecht mit seinem Stil. Der Autor ist super-sympathisch, aber ich kann ihn einfach nicht lesen….Das Hörbuch zu „Hochsaison“ hingegen hat mich bestens unterhalten.

    • Philipp Elph schreibt:

      Ich liebe seine Bücher – meistens. Manchmal strapaziert Maurer mächtig mit übertriebenem Wortwitz und germanistisch-philosophisch-geschichtlicher Klugschwätzerei. Aber ich verzeih‘ ihm das immer wieder. Er ist schon eine faszinierende Person. Ich habe ihm vor längerer Zeit als Musikkabarettisten mehrmals erlebt, zweimal auch für firmeninterne Auftritte engagiert. Toll finde ich auch die von ihm gelesenen Hörbücher seiner Alpenkrimis.

  4. Tina schreibt:

    Ja, die Hörbücher sind eine Sache für sich!
    Vor einem halben Jahr (ca.) kam mal auf Bayern 3 eine TV-Sendung über Maurer. Er zeigte sein Haus, seinen Platz, an dem er meistens schreibt, sein Umfeld..erzählte über sich und seine Arbeit. Ich fand ihn total sympathisch. Kann mir gut vorstellen, dass er als Kabarettist ein Spitzen-Entertainer ist!

  5. Jörg Maurer is megaklasse! Ich hab mir erlaubt, eure Rezension bei uns zu verlinken, weil ich sie so gelungen finde!
    http://www.buecherei.gunzenhausen.de/index.php/buechereiblog-eintrag/felsenfest.html

  6. Pingback: Neues aus Jörg Maurers Hirnkastel: Der Tod greift nicht daneben | KrimiLese

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