Sara Paretsky: Altlasten

IMG_9803V.I.Warshawski verschlägt es auf der Suche nach dem Trainer und Filmemacher August Veriden von Chicago, dem üblichen Ort ihrer Ermittlungen, fast 1000 Kilometer Richtung Südwesten nach Lawrence, einer Kleinstadt in Kansas. Hier kennt jeder jeden und die Aktionen der draufgängerischen Ermittlerin aus der Großsstadt werden in dieser scheinbaren Kleinstadtidylle argwöhnisch beäugt – von Polizei, FBI, Militär und einigen Einwohnern. Denn auf der Suche nach Veriden, der mit einem ehemaligen Filmstar hier angekommen sein soll, trifft V.I. auf einige Leichen, rettet Leben und bringt so die Balance im Städtchen mächtig durcheinander.

Lawrence, wo seit über 30 Jahren Ruhe zu herrschen scheint. Seit damals, 1983, als die letzten Protestler aus ihrem Camp vor einem Raketensilo vertrieben wurden. Ihr Protest richtete sich gegen die dort lagernden, mit Atomsprengköpfen ausgerüsteten Interkontinentalraketen. Aber das ist lange her, für die meisten vergessen.

Doch mit dem neuerlichen Auftauchen der alten Diva, die nach ihrer Kindheit in Lawrence fernab der Provinz Karriere machte, dann aber zu den Protesten kurz in ihre Heimat zurückkehrte, scheinen die Altlasten von damals wieder aufzupoppen.

Das passt einigen nicht. Sowohl die oben genannten Institutionen als auch ein angesehener Wissenschaftler vor Ort versuchen, die Privatermittlerin an ihren Recherchen zu hindern oder zumindest durch Observierung zu verfolgen, was sie aufdecken könnte.

Schnell stellt sich heraus, dass es sich nicht nur um Radioaktivität handelt, auch Viren sind im Spiel. Damit tritt die Suche nach den Vermissten nahezu in den Hintergrund, die Vertuschung alter Vorfälle damals und heute wird zum tragenden Thema, verbunden mit den Schicksalen einiger Beteiligter. Es ist das Militär, das für die Räumungsaktion des Protestcamps und das Leid verantwortlich war und ist. Im Mittelpunkt steht aber auch der Wissenschaftler Professor Kiel mit seiner Familie und dessen gnadenloses Vorgehen bei der Vertuschung der übelsten Ereignisse im privaten und beruflichen Bereich.

Sara Paretsky verbindet dabei die alte Geschichte des Aufrüstungswahnsinns der 70er- und 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts sowohl auf dem Gebiet atomarer als auch biologischer Waffen mit den noch älteren und immer noch andauernden Erscheinungen des Rassismus sowie dem Belügen und Betrügen der Bevölkerung durch Politik und Wirtschaft. Sie läßt V.I Warshawski manchmal flegelhaft, oft bissig und draufgängerisch für Gerechtigkeit und Wahrheit kämpfen, aber nicht alle wollen erfahren, was politisch und gesellschaftlich falsch gelaufen ist und noch noch immer läuft.

So kann oder soll Krimi sein, verankert in der Realität und mit einem meist wohldosierten, zum Schluss eskalierendem Spannungsbogen von Anfang bis Ende.

Dies ist der 18. Fall der V.I.Warshawski-Reihe, wiederum ein spannender Fall, den man mit großem Interesse liest, der Lust macht auf die nächsten, bereits in den USA erschienenen Bände 19 und 20.

– – – O – – –

Sara Paretsky: Altlasten, erschienen bei Ariadne im Argument Verlag (2020), übersetzt von Laudan & Szelinski

Originaltitel: Fallout (USA, 2017)

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William Boyle: Eine wahre Freundin

IMG_0093Skurrile Typen prägen die Geschichte, die zu einer wahren Freundschaft führt. Dabei sind es nicht nur Wolfstein und Rena, die wie Wolfstein durch eine bizarre Vita als ehemaliger Pornostar und späterer Abzockerin alter Männer glänzen. Oder Rena, die Jahrzehnte lang als brave Ehefrau an der Seite eines ausgebufften, hoch angesehenen Mafioso lebte und nun als Witwe einen aufdringlichen Verehrer mit einem schweren Aschenbecher erschlägt, sich seinen Oldtimer schnappt und in ein neues Leben aufbricht, das sie so gar nicht plant.

Auch andere Akteure haben Anteil an diesem ungewöhnlichen Krimi. Egal, ob sie schließlich überleben oder nicht.

Es sind – in willkürlicher Reihenfolge – Renas Tochter Adrienne, zu der der Kontakt abgebrochen ist, bei der Rena jedoch nach dem kleinen Zwischenfall mit dem Aschenbecher versucht unterzukommen, Adriennes fünfzehnjährige Tochter Lucia – ein toughes Mädchen, gestählt durch das herrische Verhalten ihrer Mutter. Dazu der Lover Adriennes, nicht das schärfste Messer im Köcher der Mafiafamilie zu der auch Renas Mann zählte, aber irgendwann mit einem Koffer voller Geld ausgestattet, dann ein Mafioso, dessen „Markenzeichen“ Morde per Hammer sind. Weitere schräge Vögel und eine Weggefährtin von Wolfstein tauchen auch noch auf.

Schon allein diese Zusammenstellung lässt erahnen, dass auf dieser Krimibühne eine höchst interessante und rasante Vorstellung geboten wird. Und so ist es auch:

Nachdem Rena ihren aufdringlichen Liebhaber zu Boden geschickt hat, an der Haustür ihrer Tochter abblitzt, findet sie Zuflucht bei Wolfstein, die gegenüber von Adrienne wohnt.

Während Adrienne Besuch von Lover Richie und dessen prall gefüllten Aktenkoffer erhält, taucht bei Wolfstein ein Typ auf, dem sie vor Jahren etliche Tausender abgenommen hat. Der will nun sein Geld zurück und als Zugabe Wolfstein heiraten, was bei dieser keine Begeisterung auslöst. Auf der Suche nach Richie und dem Aktenkoffer taucht in dieser Situation der Hammermörder auf. Er will Richies Beute und sich an Richie rächen, da dieser bei seinem Coup etliche Kollegen des Hammerschwingers abgeknallt hat. Ach, bevor ich es vergesse, der vom Aschenbecher Erschlagene taucht mit dicken Verband auf der Suche nach seinem geliebten Oldtimer auf und Lucia flieht vor Mutter und dessen Lover zu Großmutter Rena.

Ein Drama mit Flucht und Verfolgung, Hammerschlägen und Pistolenschüssen beginnt. Das Band der Freundschaft zwischen Rena und Wolfstein wird situationsbedingt stärker und stärker. Zwischen oder mit den beiden ist Lucia, nun im Besitz von Richies oder Hammerschwingers Knete.

Zum Schluss ein Abendessen, gekocht von Rena, im kleinen Kreis mit einer wahren Freundin & Co. Durchschnaufen der Überlebenden und aus ist der Krimi.

Mit Eine wahre Freundschaft hat William Boyle einen Roman geschrieben, der das Zeug dazu hat, als einer der besten ausländischen Kriminalromane, die in diesem Jahr in Deutschland veröffentlicht wurden, in die Annalen einzugehen.

Neben dem ereignisreichen Plot begeistern die Charaktere, wie sie handeln, wie sie in kleinen, eingeschobenen Passagen und Kapiteln ihr Leben Revue passieren lassen, sich dabei an Albträume und schöne Erlebnisse aus der Vergangenheit erinnern.

Es ist ein faszinierendes Erlebnis, dieses Buch zu lesen.

– – – O – – –

William Boyle: Eine wahre Freundin

 

Originaltitel: A Friend is a Gift you Give Yourself (USA, 2019)

Die deutsche Ausgabe ist im Polar Verlag erschienen (2020), übersetzt von Andrea Stumpf, herausgegeben von Wolfgang Franßen mit einem Nachwort von Sonja Hartl

– – – O – – –

Ebenfalls im Polar Verlag erschienen:

William Boyle – Gravesend

William Boyle – Einsame Freundin

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Andreas Wagner: Die Präparatorin

IMG_9769Ein lehrreiches Buch für Leserinnen und Leser, die sich für für das Präparieren von allerlei Getier interessieren. Ein weitgehend spannungsarmer Krimi, in dem einige Male, wenn die Story verspricht spannend zu werden, diese Spannung sofort durch ein anderes Ereignis zerstört wird.

Die Geschichte, die Andreas Wagner hier erzählt, beinhaltet ein Thema, das fesseln könnte.

Die Tierpräparatorin Felicitas Booth entdeckt im geerbten Geschäft unter dem Nachlass ihres ermordeten Vaters Hinweise, die sie zu dem Motiv für den Mord führen könnten. Mit dem Mord scheint aber nicht der Grund für die Tat erledigt zu sein, denn es geschehen einige seltsame Dinge im Leben der Tochter und in Zusammenhang mit einigen vom Vater vor vielen Jahren „ausgestopften“ Tieren, zudem ereignen sich weitere unnatürliche Todesfälle.

Letztlich erkennt die Tierpräparatorin die Zusammenhänge zwischen dem, was sich vor vielen Jahren in Afrika bei einer Safari ereignete, bei der der Vater die Jagdtrophäen der Jäger präparieren musste und den Vorfällen der Gegenwart, in denen Dreh- und Angelpunkt die Präparatorin und einige der alten Präparate sind.

Aber der Spannungsbogen und damit ein wesentlicher Bestandteil eines Kriminalromans fehlt.

– – – O – – –

Andreas Wagner: Die Präparatorin, Emons-Verlag (2020)

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Einladung per Krimi zu einem Urlaub an der Smaragdküste: Jean-Luc Bannalec – Bretonische Spezialitäten

IMG_0084An der Côte d’Ermeraude – der Smaragdküste –  gerät Kommissar Dupin ins Schwärmen. In den Markthallen von Saint-Malo, der alten Korsarenstadt und kulinarischem Herz der Bretagne, erliegt er dem Angebot vorzüglicher lokaler Käsesorten, erlebt dort ein „Aromen-Orchester aus Herzhaften und Süßem. Man bekam Appetit, und zwar auf alles.“ Schade nur, dass der Kommissar just in diesem Moment der olfaktorischer Versuchungen Zeuge eines Mordes wird.

Vor seinen Augen – hier wohl besser: vor seiner Nase – wird eine Frau erstochen. Die Täterin, Schwester der Erstochenen flieht. Dupin gelingt es nicht, die Täterin zu fassen. Schnell jedoch steht fest: es ist die jüngere Schwester Lucille, die Tote Blanche Tourin, beide sind erfolgreiche und berühmte Küchenchefinnen, führen eigene Feinschmeckerlokale, von denen das von Blanche sogar mit einem Stern ausgezeichnet ist.

Mörderin bekannt und zunächst auf der Flucht, Motiv unbekannt. Das ist die Ausgangslage und Dupin hat eigentlich nichts mit dem Fall zu tun außer als Zeuge. So müßte er sich wieder dem widmen, weswegen er sich hoch im Norden der Region aufhält, einem Seminar für einen exklusiven Kreis der vier Präfekten der Départements der Bretagne, zu dem diese ihre/n jeweils bedeutendste/n Kommissare/Kommissarin mitnehmen durften. Diese Ehre, mit seinem von ihm gehassten Präfekten Locmariaquer daran teilnehmen zu müssen, gefällt ihm gar nicht. Doch die Situation ändert sich schnell, als auch der Ehemann der Ermordeten getötet wird. Aus dem Seminar zur „Verbesserung der operativen, praktischen Arbeitsbeziehungen“ zwischen den vier Départements wird sogleich eine praktische Übung, da die Kommissarin vor Ort mit Dupin und einem weiteren Kollegen auf Geheiß ihrer Präfekten in Teamarbeit die Morde aufklären und dabei zeigen soll, wie die Arbeitsbeziehungen zwischen den Ermittlern optimal ablaufen.

So wird tagsüber ermittelt, abends ein Begleitprogramm mit feinsten Menues veranstaltet. Auf einem Stadtrundgang lernt Dupin die Geschichte der Stadt und der von hier aus operierenden Korsaren samt deren Heldentaten kennen. Ein anderes Mal wird den Seminarteilnehmern vor dem Essen die Geschichte der Butter und deren Bedeutung für Saint-Malo offeriert. (Das macht alles Geschmack auf Urlaub dort, aber das ist ja nur der übliche Nebeneffekt der „Bretagne-Krimis“ von Bannalec.)

Neben diesen netten Insentives geht die Handlung weiter, das Team ermittelt. Und bei der Frage nach dem Motiv für Mord 1 und 2 sowie später auch noch Nr.3 dreht sich vieles um Missgunst zwischen den Schwestern und ihren Lagern, um persönliche, finanzielle Probleme und abenteuerliche Geschichten. Schließlich ist es – im neunten Fall von Kommissar Dupin – eben dieser schlaue Filou mit seinem stets bereiten Clairefontaine sowie der Unterstützung von Nolwenn und Riwal im Concarneau’schen Backoffice, der den Fall und das Mysterium um das Motiv für die Morde löst.

Wieder versteht es Jörg Bong, der als Jean-Luc Bannalec sowohl die Freunde der Bretagne als auch die dieser Krimireihe begeistert, eine Geschichte zu erzählen, die in die Vergangenheit zurückgeht. Hier mit der Geschichte der Korsaren und deren Aufgaben im 17. und 18. Jahrhundert. Andererseits wird zusammen mit dem Familiendrama um die beiden Schwestern die Konkurrenz im Geschäft der Spitzenrestaurants und allem, was sich darum herum mit Lebens- und Genussmitteln abspielt, in einigen kleinen Episoden angesprochen.

Ein gut gebutterter, von einem Aromen-Orchester und bretonischem Buchweizen begleiteter, angenehm zu lesender Krimi, im Abgang mit dem Geschmack erlesenen Rhums und dem für Dupin so wichtigen Lebenselexier, un petit café.

– – – O – – –

Jean-Luc Bannalec: Bretonische Spezialitäten, Kommissar Dupins neunter Fall, erschienen bei Kiepenheur & Witsch (2020)

— O —

Die acht vorhergehenden Fälle des Kommissars Dupin in der Reihenfolge des Erscheinens:

Bretonische Verhältnisse

Bretonische Brandung

Bretonisches Gold

Bretonischer Stolz

Bretonische Flut

Bretonisches Leuchten

Bretonische Geheimnisse

Bretonisches Vermächtnis

— O —

Hier noch ein Link zur Geschichte der Korsaren in Saint_Malo: HIER

 

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Wolfgang Schorlau/Claudio Caiolo: Der freie Hund

IMG_9766Mit Commissario Antonio Morello weht ein frischer Wind in Venedig, fegt über die von Bunetti-Patina überzogene Stadt. Morello ist neu in der Lagunenstadt, aus Sizilien dorthin versetzt, weil er der Mafia durch eine Reihe von Verhaftungen mächtig auf die Füße getreten ist. In der Heimat der Cosa Nostra und verbrüderter  und/oder konkurrierender Familien steht er auf der Todesliste ganz oben. Zu seinem Schutz wird er nach Venedig versetzt, angeblich der schönsten Stadt der Welt.

Die Stadt, die Morello wegen der Menge an Touristen und der riesigen Kreuzfahrtschiffe, die sich durch die Lagune zwängen und die Luft verpesten, hasst. Zudem stinkt das Wasser der Kanäle, mit dem er schon am ersten Tag und vor seinem Dienstbeginn Bekanntschaft macht, als er einen Taschendieb durch einen Sprung in die trübe Brühe stellt.

Kein guter Anfang für den sizilianischen Commissario, der als neuer Leiter des Kommissariats für Gewaltverbrechen überwiegend auf Ablehnung seiner Mitarbeiter stößt. Dem einen hat er den Posten weggeschnappt, die anderen halten nichts von „Süditalienern“, sei es , dass sie an der Arbeitsmoral jener Fremden zweifeln, sei es, dass sie mutmaßen, dass der Neue irgendetwas – was auch immer – mit der Mafia zu tun hat und deshalb zwangsversetzt wurde.

Als dann der Anführer einer Gruppe junger Leute, die gegen den regen Verkehr der Kreuzfahrtschiffe protestieren ermordet wird, sind Morellos Fähigkeiten gefragt. Allerdings setzt er sie nicht im Sinne seiner Vorgesetzten ein. Zu einfach erscheint dem Commissario der Versuch von oben, den Fall im Sinne von Politik und der reichen Familie des Toten zu lösen. Die Familie profitiert vom Geschäft mit den Kreuzfahrtschiffen und Morello vermutet, dass der Arm der Cosa Nostra bis nach Venedig reicht und die Finger in einigen Geschäften stecken, die die Münder der Familie auf Sizilien füttern.

Der freie Hund“ – so wird Antonio Morello in der Presse wegen seines bissigen Vorgehens genannt – lässt sich nicht an die Kette legen und macht das, womit er sich seinen Namen verdient hat: er geht auf die Jagd nach dem wahren Täter. Nach der ursprünglichen Ablehnung durch Mitglieder seines Teams kann er nacheinander jeden von seinen Fähigkeiten überzeugen, wird letztlich anerkannt von allen.

Und sein Hass auf Venedig? Der wird ihm genommen von einer Mitbewohnerin des Hauses, einer netten Architekturstudentin, die ihn mit den Schönheiten von Venedig, mit Palladios Kirchen und den Gemälden der berühmten italienischen Maler – und auch mit ihrer eigenen – bekannt macht. Ein Seitenstrang des Romans, in dem Moretto auch erzählt, wie sich die Mafia seit Garibaldi entwickelt hat, wie sie mit der Politik Italiens verbandelt ist, sie oftmals lenkt.

Mit den Rufen der Gegner der Kreuzfahrtschiffe in Venedig „ No grandi navi!“, dem Hass des Commissarios auf die 30 Millionen ständig fotografierende und Kitsch kaufende Touristen pro Jahr in der Stadt mit den stinkenden Kanälen sieht es fast so aus wie die Fortsetzung von Donna Leons Brunetti-Romanen – wenn der freie Hund nicht wäre. Das distinguierte Umfeld des durch fast 30 Folgen inzwischen verblassten Brunettis fehlt hier völlig. Morellos Ärmel erscheinen aufgekrempelt, er kann sich nicht auf die Unterstützung der feinen venezianischen Gesellschaft setzen. Sein Helfer ist der geläuterte Taschendieb, den er an seinem ersten Arbeitstag in Venedig erwischt hat. Als der Mord am jungen Aktivistenführer und einige andere Verbrechen geklärt sind, sind 17 Tage vergangen. Commissario Antonio Morello sieht Venedig mit etwas anderen Augen als während seiner ersten Woche dort. Als Leser wünscht man sich, mehr vom freien Hund zu lesen. Und wünscht ihm, dass er das Trauma um den Verlust seiner Frau überwindet. Aber wie das so ist mit derartigen Hunden, sie sind unberechenbar, heute hier, morgen an einem anderen Ort. Und deshalb die Bitte an Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo: Erzählt mehr von Moretto- wo auch immer es sein mag.

– – – O – – –

Wolfgang Schorlau, Claudio Caiolo: Der freie Hund, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch (2020)

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Liza Cody: Gimme more

IMG_9801Spätestens Liza Cody hat mir vor fast 20 Jahren die Augen geöffnet und gezeigt, dass das Musikgeschäft hinter und abseits der Bühnen gar nicht glamourös ist, sondern geprägt durch wilde Geschäftsgebaren der Macher in den Plattenfirmen und anderen obskuren Beratern, Agenten sowie sonstiger Entourage, deren einziges Ziel es ist, sich auf Kosten der Stars und Sternchen inklusive Textern und Komponisten zu bereichern.

Als Gimme More im Jahr 2000 veröffentlich wurde – in Deutschland erstmals 2003 – war es genau so aktuell wie heute. Und wer sich bei den Klassikern unter den Komponisten auskennt weiß, dass die Situation vor Hunderten von Jahren wohl nicht viel anders war.

Mit der erneuten Veröffentlichung dieses Titels werden wir daran erinnert oder eingeführt in die Welt, in der Popstars et al. unmündige Marionetten einer Welt sind, für die sie zu gut, zu naiv, ihr einfach nicht gewachsen sind – die meisten jedenfalls. Es soll andererseits ja auch Bosse und Manager geben, die sich nahezu uneigennützig für Wohl und Wohlstand ihrer singenden und musizierenden Geschäftspartner einsetzen.

Faire Geschäftspartner erlebt Birdie Walker nicht. 25 Jahre nach dem Tod ihres Gatten Jack, inzwischen eine Popikone wie Elvis, ist Birdie verarmt, weil alle Rechte von Jacks Hits und ihrer Mitwirkung anderen gehören. Die Riesengewinne sind über dubiose Firmenverflechtungen in andere Kanäle geflossen. Lediglich Schulden sind übriggeblieben, Resultat von Verträgen mit denen sie und Jack ausgetrickst wurden. Und ein bisschen Ruhm der gealterten Schönheit, allerdings zweifelhafter, denn nicht ihr Teil am Erfolg von Jacks Superhits ist in Erinnerung – wird sogar angezweifelt. Heute steht sie in dem Ruf, sich zu Unrecht an den Erfolgen Jacks bereichern zu wollen. Als Hexe von den Medien dargestellt, die Jack in den Tod getrieben hat.

Nun aber wollen einige Leute aus dem Musikbusiness noch einmal dick Kohle schaufeln auf Kosten von Jack und Birdie. Das „Jubiläum“ von Jacks 25. Todestages soll ausgeschlachtet werden durch einige Projekte, die wiederum nur den alten „Freunden und Förderern“ den Profit bringen sollen. Doch dazu brauchen sie Birdie, von der sie vermuten, dass sie im Besitz von diversem Material aus alten Zeiten inklusive unveröffentlichter Titel ist.

Wie das Netzwerk um die Witwe herum gesponnen wird, wie die Spinnen versuchen, sie mit allen Mitteln anzulocken, wie Birdie wagt, der Übermacht Paroli zu bieten, das erzählt Liza Cody in diesem Roman. Dabei verknüpft sie die Erinnerungen Birdies an die Zeit mit Jack und des Glamours mit der Geschichte, wie sie gelinkt und geneppt wurden, bis in Birdies trostlose Gegenwart. Doch heute, 25 Jahre nach dem Abtreten Jacks, kämpft sie noch einmal – für sich und somit auch für Jack. Die fetten Säcke und Pfeffersäcke, oben Spinnen genannt, erkennen dabei eins nicht: die Cleverness der Witwe, die sich bis dato zur Kleinkriminellen entwickelt hat, aber es jetzt mit den Großkriminellen aufnimmt.

Die Frage zu stellen, ob die Handlung ausreicht, den Roman einen Krimi zu nennen ist müßig. Ob nun Krimi oder nicht, die Story ist genial. Einfallsreich von Liza Cody erzählt, Fiktion zumeist verdammt nahe an der Realität, und in die deutsche Sprache übertragen von Pieke Biermann, der die Übersetzung in einer bestechenden Form gelungen ist.

Es lebe Birdie und die Erinnerung an Jack!

– – – O – – –

Liza Cody: Gimme more, erschienen in der Reihe Ariadne im Argument Verlag (2020), herausgegeben von Else Laudan, übersetzt von Pieke Biermann. Pieke Biermanns Übersetzung erschien zuerst 2003 im Unionsverlag

Titel der Originalausgabe: Gimme More (2000)

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Viveca Sten: Eiskalte Augenblicke

IMG_9828In neun „Fällen für Thomas Andreasson“ haben wir erlebt, wie der sympathische Ermittler mit Hilfe von Nora auf Sandham oder der Umgebung der Schäre vor Stockholm Verbrechen aufklärt.

Unverständlich, warum die beiden kein Paar wurden, Thomas die Egoistin Pernilla heiratete, Nora auf den arroganten Henrik hereinfiel, mit dem sie zwei Kinder hat, inzwischen von ihm geschieden ist.

Viele Fragen nach dem Warum oder Warum-Nicht im Leben von Nora und Thomas, aber auch von anderen Personen, die in den bisherigen Fällen die gute oder die böse Seite vertreten oder vertraten, blieben offen. In Eiskalte Augenblicke werden einige dieser Fragen beantwortet, klärt uns Viveca Sten auf.

In zehn Kurzkrimis mit minderschweren aber auch Kapital-Verbrechen, erzählt die Autorin von Noras Konfirmandenzeit, in der sie Thomas kennengelernt hat und die beiden gemeinsam in eine gefährliche Situation kamen. Die einzelnen Storys sind jeweils in der Überschrift mit der Jahreszahl des jeweiligen Ereignisses gekennzeichnet.

11 Jahre später (1992) ist Thomas inzwischen ein Streifenpolizist geworden. Ein Job der ihm nicht gefällt und, nachdem er in einem Mordfall ermittelt und diesen mit gelöst hat, die Chance erhält, zur Wasserschutzpolizei zu wechseln.

Zurück geht es bis ins Jahr 1948, einer Zeit vor Nora und Thomas. Aber da passierte etwas, an das sich Noras mittlerweile verstorbene Nachbarin Signe ungern erinnert: ihr Verlobter verschwand. 40 Jahre später kommt ans Licht, warum die große Liebe abrupt endete.

So geht es kreuz und quer durch das Leben auf Sandhamn und Umgebung. Einmal geriet Noras Schwiegermutter sogar unter Mordverdacht.

Viveca Sten läßt uns, schreibt sie im Nachwort, „hinter die Kulissen schauen“ und erzählt auch von Personen, die mir nicht mehr in Erinnerung sind. Aber auch diese Storys beinhalten Verbrechen, meist im Verhältnis zum idyllischen Sandhamn grausame. Trotzdem eine angenehme Unterhaltung. Und nun verstehen wir einiges, was Nora, Thomas und deren Umfeld betrifft noch besser.

Nett zu lesen, besonders interessant für die Fans der „Fälle für Thomas Andreasson“ in der Nora die eigentliche Hauptrolle spielt.

– – – O – – –

Viveca Sten: Eiskalte Augenblicke, erschienen 2020 bei Kiepenheuer und Witsch, übersetzt von Dagmar Lendt. Titel der schwedischen Originalausgabe: Iskalla ögonblick (2017)

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Ulf Torreck: Zeit der Mörder

IMG_9558Ein scheinbar einfacher Fall beschäftigt Inspector Dermot Lynch im Oktober 1947 in einem Kaff an der irischen Atlantikküste: Ein Maler hat einen Mann erschossen, der offenbar in sein Haus eindringen wollte.

Doch der Fall ist komplizierter, denn der Künstler entpuppt sich als ehemaliger SS-Obersturmbannführer, der unter falschem Namen in Irland lebt, nachdem er zuvor während des Kriegs in Paris als Vertreter der deutschen Besatzer die Polizei der französischen Hauptstadt kontrollieren sollte.

Die wichtigste Aufgaben dabei, einen Serienmörder zu fassen, der seine Opfer zu symbolhaften Bildern ablegt. Diese ekelhaften Darstellungen zeigen Hakenkreuz und andere Zeichen, deren sich das Naziregime bedient. Doch die Jagd mit Hilfe der Pariser Polizei wird gebremst von einem der ranghöchsten deutschen Besatzer, der offensichtlich kein Interesse daran hat, dass der Mörder gefunden wird.

Paris gegen Ende des II. Weltkriegs ist das, was Ulf Torreck als Basis zu diesem Kriminalroman dient. Mit Brutalität, Judenhatz und Morden der Besatzer, deren dekadentem Leben, geprägt von Suff, Völlerei und Hurerei. Einerseits ist „Zeit der Mörder“ damit ein historischer Roman, andererseits mit der Suche nach dem Mörder ein lupenreiner Kriminalroman mit dem SS-Obersturmbannführer, mit echtem Namen Carl Friedrich von Maug, und seinem französischen Ermittler als Hauptpersonen. Von Maug, aus einem sicheren Posten aus dem Beschaffungsamt der Polizei von Berlin nach Paris versetzt, hat an seinem neuen Einsatzort nur ein Ziel: sich tot zu saufen aus Verzweifelung über die Verhältnisse unter der Naziherrschaft und dem „kleinen Trommler“, der dafür verantwortlich ist. Doch ein Freund hat andere Pläne mit ihm. Und zwischen diesen beiden Zielen bleibt das eigentliche, den Serienmörder zu fassen, fast auf der Strecke.

Torreck führt uns in die vielschichtige Lage der Zeit ein: Dem „Prost, Horrido und Fette Beute“- Ideal deutscher Uniform-Träger in Paris, verstohlene Widerstandsbemühungen gegen Hitler und das Naziregime, die französische Widerstandsbewegung, die Verbrecher auf beiden Seiten, besonders aber auf die Verbrechen der Nazis. Auch wenn die einzelnen Ereignisse und Personen des Romans größtenteils fiktiv sind, so zeichnet der Autor ein unheimlich realistisches Bild jener Zeit in Paris. Jahrelange intensive Recherchen führen zu einem Stück von hoher Authentizität und so ist „Zeit der Mörder“ nicht nur für Krimifans eine spannende Lektüre, sondern auch für die, die noch einmal in das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte eintauchen möchten.

– – – O – – –

P.S.:Der junge Inspector Dermot Lynch weiß letztlich, was im Oktober 1947 vor dem Haus des Malers/ehemaligen SS-Obersturmbannführers passiert ist und warum. Die, die es auch wissen, aber an Erfahrung und Rang dem Inspector meilenweit übertreffen, bringen es auf den Punkt, was hier geschah: „Nur fragt sich ja ,ob ein solches Verfahren (Anm.: Mordverfahren gegen von Maug/Straatmann) wirklich nötig ist …… Gotteswege sind unergründlich.Was ja nicht heißen muss, dass sie nicht hin und wieder eben doch in Gerechtigkeit münden.“

P.P.S.: Ja, die Frage nach Gerechtigkeit! Soll man besser jeden Mörder der göttlichen Gerechtigkeit statt der irdischen Gerichtsbarkeit überlassen?  „Nur in den Fällen, in denen es wirklich angebracht ist“, entgegnet Straatmann an Ende.

– – – O – – –

Ulf Torreck: Zeit der Mörder, erschienen im Wilhelm Heyne Verlag (2019)

– – – O – – –

Und ganz zum Schluss: Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich die Muße fand, das Buch „mit Verstand“ zu lesen. Der Inhalt ist zu wertvoll und zu interessant, ohne die Möglichkeit – Zeit und Ruhe – zu Reflektionen gelesen zu werden. Es hat sich gelohnt.

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Brutal und grausam: Veit Etzold – Blutgott

Nur eine kurze Bemerkung

IMG_9829Die Titelzeile kann nur noch getoppt werden durch „Brutalst und grausamst“ und das ist es, was den 7. Thriller der Clara-Vidalis-Reihe „auszeichnet“.
„Auszeichnet“ in Gänsefüßchen, weil es hier als ambivalenter Ausdruck benutzt wird. Anhänger blutiger Krimis werden begeistert sein, Leser mit schwachen Nerven, sollten das Buch meiden und sich besser in Cozy-Krimis vertiefen.
Die Story ist höchst interessant: Jugendliche Killerkommandos morden als Werkzeuge für jemanden im Hintergrund. Für Clara Vidalis eine schwierige Aufgabe, zunächst überhaupt zu erkennen, wer der wahre Täter ist, sich im dann zu nähern, dem Blutgott. Er rekrutiert für seine Aktionen „Nicht-Strafmündige“, unter 14-Jährige. Ein perverses Unterfangen.
Spannend, zum Teil so ekelhaft geschildert, dass sich fast der Magen umdreht.
Doch nebenbei verfällt Etzold auch in seine Zeit als Co-Autor von Michael Tsokos, indem zum Teil sehr ausführlich die Taten realer berühmter Mörder zitiert werden.
Ein Etzold-Thriller von großer Bandbreite, aber: sh. Titelzeile.

Zwischen diesem Thriller und den Krimis, bei der Witzigkeit keine Grenzen kennt und die mich zum Totlachen verführen wollen, gibt es zum Glück eine große Bandbreite, so dass ich mich nicht mit den Phänomenen an diesen Rändern beschäftigen muss.

 

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Benjamin Whitmer: FLUCHT

IMG_9800Direktor Jugg glaubt nicht an die dritte Gnade, und wie er es sieht, ist Gefängnis schon die zweite. Als an Silvester 1968 zwölf seiner Klienten aus Old Lonesome Prison ausbrechen, ist klar, was am Ende sein wird. Das elende Kaff mit dem Knast liegt übrigens irgendwo in der Pampa am östlichen Fuß der Rocky Mountains.

Es gibt drei Sorte von Menschen dort: Knastis, Leute, die sie mit Mitteln jeder Art beaufsichtigen und disziplinieren oder es getan haben, bevor sie in Rente gingen, und ein kleiner Rest inklusive alter, abgehängter Vietnamveteranen, die aber auch von der Gnade Juggs leben wie alle in Old Lonesome. Alle, die draußen sind mit einer Knarre in Griffweite.

Wer sich wie die zwölf Ausbrecher im Schneetreiben Jugg und seiner Truppe entziehen will, hat schlechte Karten, sozusagen „Scheiße in der einen Hand und Wünsche in der anderen, schau mal, welche früher voll ist“. Wünsche, die unerfüllbar sind. Aber nicht nur für die, die es geschafft haben, aus Old Lonesome rauszukommen, die sich ein paar Knarren greifen, von Wärtern und von denen, auf die sie treffen bei ihrem Unternehmen treffen. Unerfüllte Wünsche auch bei den Jägern, die auf der Strecke bleiben oder die bei der Jagd alles verkacken wie der Fährtenleser, einem der Jäger. Der heißt Jim, ist bei Jugg in Ungnade gefallen, strampelt, um bei seinem Chef wieder ein Bein auf die Erde zu kriegen, hat zwar wenig Grips im Kopf, aber noch einen Rest an Moral. Suchtrupps ziehen mit Hunden los, um die Geflohenen tot oder lebendig zurückzubringen, pushen sich mit Dexedrin, den „Marschpilllen“ mit denen sie den Zwölf hinterherhecheln wie damals auf der Jagd nach Vietcongs – angefeuert von dem nach Babypulver stinkenden Jugg, der per Radiobotschaften seine Jungs und die Bevölkerung auf dem Laufenden hält, Teilerfolge verkündet, wenn mal wieder ein Treffer gelandet ist.

Alles geschieht unter den Augen von zwei Journalisten, die auf eine Sensationsstory aus sind, damit ihren Kopf aus der Erfolgslosigkeit und dem Hungertuch befreien wollen. Die die Jagd erleben und vor Ekel und Abscheu in den Schnee kotzen.

Die Ausbrecher, sie wollen sich der Willkür ihrer Peiniger, genannt Wärter, entziehen. Bei Jugg gibt es eigentlich nur Frieden im Old Lonesome, denn „mehr als ein Häftling hat das gelernt, während er in Handschellen die Treppen heruntergekegelt wurde“. DAS, dass es zwecklos ist eine Gang gründen zu wollen oder eine Massenvergewaltigung anzuzetteln. Und wer abhaut, der soll die Finale Lektion erhalten.

Unter ihnen ist Mopar, der einfuhr, weil er außerhalb des Knasts einen der übelsten Wärter und Fremdgeher abgeknallt hat – aus Liebe zu dessen Frau Molly. Während alle entweder auf der Jagd oder auf der Flucht sind, gibt es eine, die zu Mopar hält. Seine Cousine Dayton Horn, Außenseiterin in der Gegend. Sie will Mopars Leben retten, wo gemäß Juggs Verständnis von Recht und Ordnung es nichts zu retten gibt.

Der Ausbruch endet so, wie es zu erwarten war. Ohne den Ritt der Ausbrecher in die untergehende Sonne Colorados am Fuße der Rocky Mountains in die ewige Freiheit.

Benjamin Whitmer beschreibt das Drama aus den verschiedenen Perspektiven wie denen von Mopar, von Jim dem Fährtenleser, der Cousine Mopars, den Zeitungsleuten. Beschreibt, wie Moral auf der Strecke bleibt, und die Aussichtslosigkeit Armut, Hass und Neid, Suff, Rassismus, Vietnam-Traumata und Ungerechtigkeit in ein normales Leben umzutauschen.

Ein Noir mit jeder Menge Action, der so der Übersetzer Alf Mayer im Nachwort,“innerhalb von 15 Stunden spielt, weiter als acht Meilen kommt keiner von ihnen. Und keiner überlebt.“ Keiner der ein Dutzend Ausbrecher.

Für Freunde des Noirs und eine actionreichen Flucht.

– – – O – – –

Benjamin Whitmer: Flucht, 2020 erschienen im Polar Verlag, herausgegeben von Wolfgang Franßen, übersetzt aus dem Amerikanischen von Alf Mayer, zudem mit einem lesenswerten Nachwort von Alf Mayer zum Thema Ausbrecherromane und -filme und über das Ausbrechen an sich. Originaltitel: ESCAPE (2018)

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