Ein schauderhafter Kameradenmord im 19. Jahrhundert unter den Aspekten der historischen Kriminologie – von Manfred Teufel

Mit diesem ausführlichen Titel in der Diktion eines wissenschaftlichen Werkes werden wir eingeladen zu einer „bewegenden Reise in die Kriminologie der Vergangenheit, woraus auch Lehren für heute gezogen werden können“.

Jedoch ist es mehr eine überwiegend wissenschaftliche, anspruchsvolle Ausführung über die Betrachtung eines Kriminalfalles vergangener Zeit unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Aspekte und deren Erarbeitung durch die bei der Aufdeckung des Verbrechens und am Strafprozess Beteiligten. Manfred Teufel, durch Fachpublikationen bekannt, ehemaliger Herausgeber des Taschenbuchs für Kriminalisten, hat mit diesem Buch kein unterhaltsames Werk für den Krimifan geschrieben. Als kriminologischer Laie bedarf es mitunter große Mühe, den Inhalt zu verstehen, um ihn würdigen zu können. Wer aber diesen Aufwand betreiben möchte, dem offenbart sich ein umfassender Einblick den Ablauf von Ermittlungen und einem Strafprozess vor mehr als 150 Jahren. Zum Verständnis dieser komplexen Chronologie beschreibt Teufel zunächst, was unter Kriminologie zu verstehen ist, grenzt diese Wissenschaft vom Begriff der Kriminalistik ab. Damit kann der Leser dann eintauchen in den Fall, einem Mord an einem italienischen Wanderarbeiter.

Aus heutiger Sicht eine Geschichte aus einer anderen Welt – ohne die heutigen Analysenmethoden und Aufklärungsmöglichkeiten.

Eine interessante Lektüre in dessen Zentrum ein realer Kriminalfall steht, der aber vor allem beschreibt, wie langwierig der Weg vom Bekanntwerden eines Verbrechens bis zur Urteilsfindung sein kann.

Für mich mehr ein Seminar über historische Kriminologie, das den Besuch lohnt, als eine bewegende Reise in die Kriminologie der Vergangenheit.

– – – O – – –

Manfred Teufel: Ein schauderhafter Kameradenmord im 19. Jahrhundert unter den Aspekten der historischen Kriminologie, erschienen im Verrai Verlag (2020)

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