Frauen verschwinden: STADT LAND RAUB von Marcie Rendon

Fakt ist: In Kanada und den USA werden jedes Jahr Tausende indianischer Frauen entführt oder ermordet. Viele – zudem auch Weiße – landen in der „Weißen Sklaverei“.

Fiktion ist in Marcie Rendons Story: Aus dem Moorhead-State-College verschwindet eine junge Studentin, Kommilitonin von Cash.

Cash ist bereits bekannt aus Rendons Erstling „Am Roten Fluss, eine markante junge Frau mit indianischen Wurzeln, genial beim Poolbillard, „steht ihren Mann“ als LKW-Fahrerin im Sommer bei der Getreideernte, im Herbst bei der Zuckerrübenernte. Zudem geprägt durch weiße Pflegefamilien, die sie unverschämt ausnutzten, nun unter der Obhut von Sheriff Wheaton, der sie beschützt und fördert, dem einzigen Menschen, dem sie vertraut.

Cash erzählt in STADT, LAND, RAUB, wie ihr Leben in Fargo (North Dakota) abläuft und von Leben auf dem Campus auf der anderen Seite des Red Rivers in Moorhead (Minnesota). Kein einfaches Leben um Unterhalt zu verdienen und zugleich zu studieren, dabei hochintelligent und der indianischen Minderheit anzugehören.

Abwechslung kommt in ihre Tagesabläufe als eine junge Studentin verschwindet, mit der Cash in einem Kurs ist. Das Verschwinden ist unerklärlich. Dann erfährt sie, dass noch ein zweites Mädchen aus einer anderen Ecke Minnesotas vermisst wird. Auch die Zweite ein College Girl. Mit Wheaton spricht Cash über das Verschwinden der braven Mädchens, aber der Sheriff hat keine Vermutung, weshalb die beiden nicht wieder auftauchen.Cashs Bruder, Rückkehrer aus Vietnam – die Geschichte ist in den 70ern angesiedelt – meint, dass sie Opfer der „Weißen Sklaverei“ geworden sind.

Und so verlagert sich die Story aus der ländlichen Gegend mit den Kleinstädten Fargo und Moorhead in die „Twin Cities“, die Metropolregion mit Minneapolis und St. Paul, wo Cash mit einem Preis für ein Essay über Literatur ausgezeichnet wird. Aus den ruhigen, gemächlichen Abläufen am Red River wird eine turbulente, üble Großstadt-Story.

Marcie Rendon versteht es, mit einem gelungenen Spannungsaufbau Aufmerksamkeit aufzubauen und ihre Leserinnen und Leser zu fesseln.Ein gelungener Kriminalroman, verwurzelt in der Herkunft und der ambivalenten Umgebung (ländliche Umgebung – College) Cashs, erzählt als Country Western und Hardboiled Crime.

Wie „Am Roten Fluss“ ein beeindruckender Roman von der Art, die im Kopf haften bleibt.

Bleibt zum Schluß die Bitte an Marcie Rendon: „Schreib‘ weiter über Cash, ihr Leben am Red River, ihre Erlebnisse sowie über „Minnesota’s cultural life“.

– – – O – – –

Marcie Rendon: Stadt, Land, Raub – erschienen bei Ariadne im Argument Verlag (2020), übersetzt von Jonas Jakob. Titel der Originalausgabe: Girl Gone Missing: A Cash Blackbear Mystery (USA,2019)

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Zur Homepage von Marcie Rendon: HIER

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