Darf Maigret das? – Georges Simenon: Weihnachten bei den Maigrets

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Ein trostloser Weihnachtstag steht dem kinderlosen Ehepaar Maigret bevor. Zusammen mit seiner Frau, der Madame Maigret, startet der Kommissar das Ritual des Festtags. Ein „nützliches“ Geschenk vom ihm für sie, eine Pfeife für den Kommissar, das sind die Geschenke – wie jedes Jahr.

Ansonsten: Sonntagsritual, Madame Maigret kocht Kaffee, geht zum Bäcker, holt Croissants.

Aber dann wird die Routine unterbrochen. Vom Haus gegenüber zerrt eine alte Dame eine jüngere in Richtung Maigrets Behausung. Als sie bei Maigret ankommen, berichtet die Ältere von einem eigenartigen Ereignis, von dem ihr Colette, das Pflegekind der jüngeren Frau, erzählt hat: In der Nacht zuvor sei der Weihnachtsmann zu ihr gekommen, hätte ihr eine Puppe geschenkt und sei danach wieder gegangen. Die Geschichte kommt Maigret mysteriös vor. Zudem verhält sich die Pflegemutter eigenartig. Der Kommissar vermutet, dass sie mit ihrem unwirschen Benehmen etwas vertuschen will – so sucht Maigret eine Erklärung was in der Nacht wirklich geschah, was der Grund für das Erscheinen des Weihnachtsmanns war. Er findet den Grund, zeigt damit, dass Colette bei ihrer Pflegemutter nicht gut aufgehoben ist – ob es nun ein Verbrechen war, in das die Pflegemutter verwickelt war oder nicht – und macht Madame Maigret so ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Es sei Maigrets Frau gegönnt. Aber durfte Maigret ihr das Kind „schenken“? Lassen wir dem Kommissar die Freiheit seines Handels – ’s ist ja bald Weihnachten.

Die kleine Erzählung berührt, weil sie zugleich schön und traurig ist.

Solche Geschichten – das wissen wir von „Der kleine Lord“ ebenso wie von Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ – wirken in der Vorweihnachtszeit.

– – – O – – –

Georges Simenon, Weihnachten bei den Maigrets, in der Übersetzung von Hansjürgen Wille, Barbara Klau und Bahar Avcilar erschienen 2019 im Kampa-Verlag

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