Frisch auf den Tisch – Januar 2018

IMG_7556„Gerald Seymour schreibt die intelligentesten Thriller“, so stand es in der Financial Times. Seit 1975 erscheinen Spionagethriller und Kriminalromane von Seymour, auch in Deutschland. Allerdings endet vor 20 Jahren die Veröffentlichung deutscher Übersetzungen. Thomas Wörtche als Herausgeber und der Suhrkamp Taschenbuch Verlag haben den britischen Autor wieder „ausgegraben“.

Mit VAGABOND ist nun ein Thiller aus dem Jahre 2014 in der Übersetzung von Zoë Beck  und Andrea O’Brien erschienen.

Klappentext: ›Vagabond‹ ist der Deckname eines britischen Geheimagenten, der in Nordirland brutale Operationen gegen die IRA durchgeführt hat. Ausgebrannt zieht er sich für lange Jahre in die Normandie zurück und verdient seinen Lebensunterhalt als Touristenführer an den Invasionsstränden. Aber seine ehemaligen Vorgesetzten wollen ihn nicht ganz vom Haken lassen und zwingen ihn in eine MI-5-Aktion zurück: Er soll den Aufpasser für einen vom Geheimdienst erpressten Waffenhändler spielen, damit Waffenlieferungen aus Russland an die letzten, vom Friedensschluss frustrierten IRASplittergruppen unterbunden werden.
Das erzählt man Vagabond zumindest, der gute Miene zum fiesen Spiel machen muss. Zudem droht seine Vergangenheit ihn einzuholen. Aber nicht nur sein Schicksal steht auf der Kippe in einer Welt, in der das Gestern keine Ruhe gibt und die Gegenwart extrem gefährlich ist. Realpolitik nimmt wenig Rücksicht auf Menschen, das ist klar wie Salzsäure.

Erster Eindruck: Nach einem verwirrenden Prolog wird bald klar – wie Salzsäure – worum es vordergründig geht. Der Thrill ist schon vorhanden, als der Vagabond noch nichts von seiner neuen Aufgabe weiß. Es könnte schon sein, dass die Financial Times mit ihrem anfangs zitierten Statement recht hat.

Gerald Seymour: Vagabond, Suhrkamp Taschenbuch Verlag

— O —

IMG_7557Von Ann Cleves habe ich bisher nur die Vera Stanhope- Serie im Fernsehen gesehen, in der mich die toughe, zu ihren Kollegen nicht immer nette Blenda Blethyn als Vera und die markante deutsche Sychronstimme von Regina Lemnitz beeindruckt haben. DIE TOTE IM ROTEN KLEID wird allerdings in Shetland gefunden, einer Gegend, die noch dunkler als Veras Nordengland ist und die Inselbewohner noch schweigsamer als in Northumberland.

Jimmy Perez ist der Kommissar, der auf den Shetland Inseln ermittelt. Auch Perez ist bekannt aus einer Fernsehserie: „Mord auf Shetland“ und aus sechs Shetland-Krimis der Autorin. Für mich ist es allerdings der erste Krimi von Ann Cleeves in Buchform auf meinem Tisch.

Ann Cleeves: Die Tote im roten Kleid, erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, übersetzt von Stefanie Kremer

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IMG_7560Es geht weiter mit dem Polar Verlag und dessen Noirs. Und das ist gut so, denn die Anzahl der Verlage, die uns Spannung in Düsternis oftmals zum Nachdenken, liefern ist überschaubar.

Hier nun GRAVESEND von William Boyle übersetzt von Andrea Stumpf, herausgegeben von Wolfgang Franßen

Klappentext: Ray Boy Calabrese wird aus dem Gefängnis entlassen. Während seiner Schulzeit hat er einen Jungen wegen seines Schwulseins gequält, ihn zusammen mit Freunden geschlagen, getreten, sodass Duncan nur die Flucht blieb und er überfahren wurde. Vor Gericht nannten sie es Hate Crime, ein sexistisch moti­ viertes Verbrechen. Nun kommt Ray Boy Calabrese aus der Haft frei und will nur noch sterben…. Mit Ray Boys Heimkehr in sein altes Viertel reißen die nur leicht übertünchten Risse in der Familie auf, in der er aufgewachsen ist. Während sein Neffe Eugene in ihm ein Idol sieht und bitter enttäuscht ist, dass sein Held zu einem gebrochenen Mann geworden ist.
William Boyles „Gravesend“ geht der Frage nach, inwieweit wir zur Vergebung fähig sind. Andern und uns selbst gegenüber. Denn uns selbst gegenüber sind wir unerbittlich, wenn es um Träume und Hoffnungen geht.

— O —

IMG_7562Sowohl der Autor als auch der Verlag waren mir bisher unbekannt. „Mit Tempo und gezügelter Gewalt geschrieben – wie die besten Tarantino Filme“. Mit diesem Statement ist meine Erwartung an diesen Roman einer Série Noire recht hoch. Was der Verlag unter „Serie Noire“ versteht, erschließt sich mir noch nicht, hier zunächst der

Klappentext: Watertown, eine Bostoner Vorstadt, November 2013. Die Leiche des Rentners Jimmy Henderson, fürchterlich verstümmelt, wird in einem Pick-up gefunden. Die Ermittlungen übernimmt McCarthy, ein grantiger, gradliniger Sheriff, dessen Menschenkenntnis sich umgekehrt proportional zu seiner Menschenliebe verhält. Seine Wege kreuzt Franck, ein junger Detektiv Dandy, dekadenter Kokainist und McCarthys düsterer Antipode, der durch die Stadt streunt, nach Sensationen hechelnd.
Quentin Mourons Figuren in diesem psycho-raffinierten Glanzstück sind im Weiteren ein übler Mafioso, ein junger ambitionierter Musiker, ein vulgärer Schriftsteller, herumwuselnde Bullen, die Hilflosen und Verlorenen in einer wirtschaftlich kaputten amerikanischen Gesellschaft.

Quentin Mouron: Drei Tropfen Blut und eine Wolke Kokain, Bilger Verlag, Übersetzung von Barbara Heber-Schärer und Andrea Stephani

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IMG_7566Die Nummer 3 der Crissa Stone-Reihe von Wallace Stroby ist kürzlich bei Pendragon erschienen. Crissa habe ich inzwischen liebgewonnen. Sie ist eine sehr intelligente Kriminelle, mit Kleinigkeiten gibt sie ich nicht ab, allerdings hat sie nicht immer das Glück auf ihrer Seite, insbesondere im Privatleben – und das beschäftigt sie sehr.

„Shoot the Woman first“ lautet der Titel im Original und wer damit gemeint ist, läßt sich bereits beim Lesen des Klappentextes vermuten: Crissa

Klappentext: Eine halbe Million Dollar aus Drogendeals, bewacht von drei skrupellosen Kerlen mit automatischen Waffen. Für die Berufsverbrecherin Crissa Stone und ihr Team gehört der Raub des Geldes noch zu den einfachsten Übungen. Als das Aufteilen der Beute schiefgeht, entkommt Crissa dem Kugelhagel allerdings nur knapp. Mit einem Seesack voll gestohlenem Geld befindet sie sich auf der Flucht.
Gejagt wird sie von brutalen Handlangern eines Drogenbosses und einem ehemaligen Cop aus Detroit, der seine eigenen tödlichen Pläne verfolgt. Crissa will ihnen das Geld auf keinen Fall überlassen. Auch als sie und ein Kind in Lebensgefahr geraten und ihre Verfolger sie in die Enge treiben, kämpft Crissa weiter.

Wallace Stroby: Fast ein guter Plan, Pendragon Verlag, übersetzt und mit einem Nachwort von Alf Mayer

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