Giftmorde 3 – Krimianthologie, Hrsg. Andreas M. Sturm

20171023_165937Tödliche Anleitungen für eine endgültige Verabschiedung lästiger Zeitgenossen, aber auch Unglücksfälle, die tödlich enden, gibt es nun bereits in der dritten Folge. Die Möglichkeiten, Pflanzenteile oder Pflanzeninhaltsstoffe dafür einzusetzen, sind vielfältig. 13 Varianten werden in diesem Büchlein von 12 Autoren*innen vorgestellt, Kurzkrimis, die es in sich haben.

Ob nun leuchtende Blütenpflanzen wie Ritterstern oder die Bunte Kornwicke, oder Buchsbaum, den wir als Grünpflanze schätzen, der unscheinbare Blüten aber im Sinne dieses Buches wirkungsvolle Früchte trägt, sie alle haben es in sich: Gift.

Die Geschichten sind von recht unterschiedlicher Qualität. Ein düsteres High-Noon-Szenario mit Kopfgeld-Jäger bringt Andreas M. Sturm ein. Eine spannende Geschichte, die letztlich gar nicht so endet, wie man es im Wilden Westen erwartet. Dagegen fällt die Story des gleichen Autors, bei dem der Samen des Buchsbaums mitwirkt, recht deutlich ab. Das Drama konnte mich nicht überzeugen.

Ein Höhepunkt dieses Buches ist David Grays kleines Werk „Die bleichen Blumen des Bösen“, eine Kriminalgeschichte bei der in einer weit entfernten Gegend das Afrikanische Schöngift seine Wirkung entfaltet. Andererseits lernen wir von Martina Arnold, dass Mithilfe bei Jugend forscht-Projekten durchaus nicht ungefährlich sein kann. Wenn zwei sich streiten, muss sich der Dritte nicht unbedingt freuen ist dabei die Moral von der Geschicht‘.

So haben Andreas M. Sturm, die bereits genannten und weitere Konsorten (Franziska Steinhauer, Mario Schubert, Patricia Holland Moritz, Petra Steps, Regine Curth, Traude Engelmann, Jan Flieger, Frank Kreisler und Anne Mehlhorn) größtenteils interessante Anleitungen in Kurzkrimis verkleidet, von denen ich mir aber nicht sicher bin, ob sie zu dem beschriebenen Ergebnis führen. Ausprobieren werde ich es allerdings nicht. Die Autoren*innen könnten auf der richtigen Spur sein.

Auf jeden Fall sollte der Sicherheitshinweis auf dem Einband berücksichtigt werden: „Wir bitten Abstand zu nehmen, die Anleitungen nachzumachen oder zu testen.“

Abbildungen der Pflanze sind zu jedem Shorty als Schwarz-Weiß-Foto beigefügt, allerdings fehlt es überwiegend an der Brillianz der Aufnahmen. Das sollte sowohl dem Verlag als auch dem Herausgeber verziehen werden, denn in dieser Ausführung des Buches können keine Hochglanzfotografien eingebunden werden.

— O —

Erschienen ist dieses Taschenbuch im Verlag edition krimi (2016)

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