Der Mörder und seine Leiche(n) – oder: alte Methoden und neue Art der Leichenbeseitigung

Nach dem Mord hat ein/e Mörder/in verschiedene Möglichkeiten:

  • Mörder*in entfernt sich vom Tatort und lässt die Leiche dort liegen. Möglicherweise beseitigt er/sie Spuren oder legt falsche.
  • Der Mörder*in bringt die Leiche an einen anderen Ort, lässt sie dort ohne weitere Aktionen liegen.
  • Eine weitere Möglichkeit ist, die Leiche verschwinden zu lassen.

Sind die Spuren am Tatort sorgfältig beseitigt und die Leiche nicht mehr vorhanden, ist es für jede/n Ermittler/in schwierig, eine/n Mörder/in zu überführen. Vorgehensweisen, die dazu führen, Mörder*in dennoch durch geschickte Verhöre, Indizienbeweise, Deduktion oder anderes Vorgehen zu überführen, sollen hier nicht beschrieben werden. Vielmehr möchte ich hier eine Methode der Leichenbeseitigung vorstellen, von der ich bisher in der Realität noch nichts gehört hatte, obwohl sie bereits im Jahre 2002 in vielen Ländern patentiert wurde. Auch aus der Kriminalliteratur war mir bisher kein Fall bekannt, der eine solche Beseitigung beschreibt. BISHER!

Bisher kannte ich als einfachste Beseitigung das Verscharren in der Erde, Versenken in Gewässern mit Gewichten, Verbrennen und Beseitigen der Überreste durch Verscharren. Dabei fällt mir ein, dass ich eine längere Zeit zig Mal auf dem Weg zu meinem Lieblingausflugslokal an einem Grillplatz vorbei geradelt bin, der dann eines mit Trassierband abgesperrt war, hinter dem Personen in Schutzanzügen zugange waren. Man fand dort Reste einer verkohlten Leiche.Der mutmaßliche Mörder hatte in einem langen Prozess nach langem Leugnen gestanden, die Leiche seines Bekannten dort verbrannt und die restlichen Skelettteile dort vergraben zu haben. Inzwischen ist der Grillplatz an dem kleinen Wickerbach neu gestaltet und wird wider gern – zum gemütlichen Grillen – genutzt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Verscharren (die simpelste Methode), Versenken – wie in Dunkle Gewässer von Joe R. Lansdale, in dem die Leiche von Mary Lynn an einer alten Nähmaschine befestigt im Sabine River versenkt worden war – sind hinlänglich bekannt. Ebenso das Verbrennen und Reste Verscharren. Auch mit der alten Mafiamethode, die Leiche in einen Brückenpfeiler oder anderswo in Beton zu deponieren, kann kein Autor mehr imponieren. Laut Jörg Mauerer besteht eine andere Methode der Mafia darin, Ermordete zu jemand anderen in den Sarg zu packen. Das Bestatter-Ehepaar Grasegger in diesem kleinen alpenländischen Kurort mit dem schwer auszusprechenden Doppelnamen am Fuße der Zugspitze hat bekanntlich lange Zeit mit der Mafia kooperiert, nachzulesen in Föhnlage.

Einen Bewusstlosen den Pekarischweinen im Berliner Tierpark zum Fraß hinzuwerfen, das hat Elisabeth Herrmann in Das Dorf der Mörder beschrieben. Ein Mord und Leichenbeseitigung mit Charme, wenn nur die Schweine verlässlicher gewesen wären und nicht einige erkennbare Körperteile übrig gelassen hätten. Recht zuverlässig hat dagegen der Mörder in dem Krimi von Christian Mähr, Alles Fleisch ist Gras, entsorgt. Die Leiche wurde in einer Kompostieranlage geschreddert und zu Kompost umgewandelt.

Und so gibt es viele gelungene, fast gelungene und schiefgegangene Verfahren der Leichenbeseitigung durch Mörder oder ihre Helfer.

Neu für mich ist die Methode der Promession.

Hier zitiere ich aus dem Krimi, den ich gerade gelesen habe: „Eine Leiche wird in Flüssigstickstoff getaucht und so steif und zerbrechlich gemacht. Dann wird das ganze gerüttelt und zerfällt in millimeterkleine Teile. Zahngold und andere Fremdkörper werden rausgefischt, durch Gefriertrocknung der Masse noch gute 70% Wasser entzogen, und am Ende kommen die Reste als Granulat in einen kompostierbaren Sarg, der innerhalb eines halben Jahres verrottet. In Schweden ist das der Renner, bei uns aber noch verboten.“ Der Mörder in diesem Krimi macht es sich zwar etwas einfacher, wichtig aber war, dass er überhaupt die Gelegenheit hatte, dieses Verfahren im Wesentlichen anzuwenden.

Den Titel des Krimis möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten. Ein Besprechung wird jedoch innerhalb der nächsten zwei Wochen auf diesem Blog erscheinen.

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