Püstow und Schachner: JACK THE RIPPER – Anatomie einer Legende – Das Standardwerk der Ripperlogie

img_6154Ripperlogen wissen es: Mindestens fünf Prostituierte hat der Mann, der Jack the Ripper genannt wird, 1888 in und um Whitechapel auf grausame Weise umgebracht. Die Kehle war jeweils durchschnitten, Körper und Gesichter zumeist verstümmelt. Damals und bis heute ist es nicht gelungen, den Mörder zu finden oder ihn zu identifizieren. Die Fahnder jener Zeit waren ebenso erfolglos wie Generationen von Historikern und Forschern, die versuchten, die Identität des Mörders zu ermitteln. In den fast 130 Jahren nach den Morden ist die Zahl der Verdächtigen auf rund 150 gestiegen. Neben ernsthaften Arbeiten gab es Spekulationen und Fälschungen, somit jede Menge an Verwirrung bei der Suche nach dem wahren Jack the Ripper. Nah an der Realität oder als reine Fiktionen wurden zudem die Taten des Rippers verfilmt oder in Romanen beschrieben, neue hinzu erfunden.

Im Militzke Verlag ist nun ein Update der  Dokumentation von Hendrik Püstow und Thomas Schachner über die Mordserie im Jahre 1888, den allgemein anerkannten Verdächtigen, das historische Umfeld der Zeit und die Forschung danach erschienen. Dazu zitieren die Autoren aus Hunderten von Quellen. Auch aus Quellen, die erst im letzten Jahrzehnt zugänglich wurden. Das Buch ist somit „auf dem letzten Stand“ der Jack-the-Ripper-Forschung.

Nach einer kurzen Einführung beschreiben die Autoren darin zunächst das Leben in London im Jahre 1888, insbesondere in den Armenvierteln der Stadt. Im zweiten Teil werden die Personen vorgestellt, deren Tod dem Ripper zugeordnet werden, das Umfeld der Getöteten sowie alles, was mit den Morden in Verbindung stand. Im darauf folgenden Teil sind diejenigen zumeist dunkle und kriminelle Gestalten aufgeführt, die sich im Laufe der Jahre als Hauptverdächtige erwiesen haben.

Püstow und Schachner haben dabei in den Londoner Polizeiakten recherchiert und die damaligen Zeitungsartikel ausgewertet, zudem weitere Dokumente unterschiedlicher Herkunft in ihr Buch einfließen lassen. Herausgekommen ist eine eindrucksvolle Sammlung und Beschreibung von Fakten, bei denen die Autoren sich jeglicher Spekulation, wer denn nun der wahre Jack the Ripper sein könnte, enthalten. In einem Pro/Kontra-Vergleich stellen sie jeweils die Argumente, das „Ob-oder-ob-nicht“ am Ende eines Kapitels über den jeweiligen Verdächtigen zusammen. Damit überlassen sie es den Lesern zu entscheiden, wer der Täter gewesen sein könnte.

JACK THE RIPPER ist eine gelungene Darstellung dessen, was von dem Serienmörder bekannt ist. Als Sachbuch geschrieben, liest es sich dennoch spannend wie ein Kriminalroman. Viele Rätsel werden aufgeklärt, das letzte – wer denn nun der Mörder war – bleibt bestehen.

— O —

Hendrik Püstow/ Wolfgang Schachner: Jack the Ripper

Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe, 2017, Militzke Verlag

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Eine Antwort zu Püstow und Schachner: JACK THE RIPPER – Anatomie einer Legende – Das Standardwerk der Ripperlogie

  1. Stefan Heidsiek schreibt:

    Habe das Buch bereits vor einigen Jahren gelesen. Für mich die einzige wirklich ernstzunehmende Anayse des Falls „Jack the Ripper“. Und eine Lektüre, die streckenweise wirklich unter die Haut geht. Insbesondere hinsichtlich der wenigen Zeugenaussagen.

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