Jean-Luc Bannalec: Bretonische Flut

img_1084Wenn sich der Krimifan in diesen grauen Tagen nach blauem Meer, noch blauerem Himmel und pittoresken Küstenstädchen in der Bretagne sehnt, ist er bei Jean-Luc Bannalec und dessen Krimis um Kommissar Dupins Fälle an der richtigen Adresse.

Keiner kann die unterschiedlichen Blautöne von Wasser und Himmel nuancierter beschreiben als Bannalec, der uns auch von idyllischen Orten und feinem Essen träumen lässt.

In Dupins fünften Fall stinkt es jedoch zunächst heftig. In den Fischabfällen der Auktionshalle von Douarnenez wird eine Leiche gefunden und Dupin und Mitarbeiter wühlen zwischen den Abfällen, um Beweismittel zu sichern. Bei seinen Ermittlungen trifft das Team auf Umweltaktivisten, die Delphine und Fischbestände vor der Westküste der Bretagne schützen wollen, auf kleine Fischer und industriellen Fischfangflotten, die sich offensichtlich nicht um den Schutz gefährdeter Arten und die Erhaltung der Bestände kümmern. Und wie es seit alters her ist, auch mit Schmuggel und Piraterie  verdienen die Männer in den Booten ihr Geld. Für Dupin und dessen Team ist der Parc Naturel Marin D’Iroise mit den umliegenden Inseln und der Westküste der Bretagne ein riesiges Terrain, auf dem sie sich zu Wasser und zu Lande bewegen, um im Umfeld gegensätzlicher Interessen zwischen gutem Essen und Übelkeit rauer See zu ermitteln. Nur gut , dass es Dupins Sekretärin Nolwenn gibt, die in diesem heterogenen Netzwerk den Überblick behält und Knoten um Knoten knüpft oder aufdröselt, je nachdem, was gerade erforderlich ist, um ihrem Chef behilflich zu sein, den Fall und mit zunehmender Zeit die Fälle zu lösen.

Dass neben den zig „Shades of Blue“ im Wasser und am Himmel, den Aktivisten, kleinen Fischern, der Fischindustrie und allem was die Bretagne ausmacht auch noch die Kelten und deren Mythos wiederum eine Rolle in diesem Krimi spielen, ahnen die Leser recht früh und letztlich ist es das, was den Ex-Pariser Kommissar beschäftigt. Es ist schon ein eigenartiger Landstrich, der seine Bewohner seit Jahrtausenden geprägt hat und zu Gutem wie zu Bösen verleitet.

Jean-Luc Bannalec erreicht auch mit dem fünften Fall, den Kommissar Dupin in dieser Gegend klärt, die Herzen der Bretagne-Liebhaber und nebenbei noch die Gemeinde der Krimifans, die nicht nur auf Spannung sondern auch für ein feines „Ambiente“ schwärmen.

Seit 2012 bietet Jean-Luc Bannalec jährlich ein anderes bretonisches Ambiente:

Künstlerdorf Aven in Bretonische Verhältnisse,

Sagenumwobene Glenaninseln in Bretonische Brandung,

Salzgärten in Bretonisches Gold,

Austernparks in Bretonischer Stolz

Nun also der Parc d’Iroise mit Fischen und all dem, was sich sonst noch darin und darum herum tummelt in Bretonische Flut, 2016 erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

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