Enttäuschend, abgebrochen: Lena Sander – Zersetzt

img_1312Themen aus dem Gesundheitswesen mit Korruption, Profitgier der Pharmaindustrie, Manipulationen an Arzneimitteln und Medizinprodukten, Skandalen in diesem Zusammenhang, dargestellt als Fiktionen, die oftmals einen Bezug zur Realität haben, solche Krimis und Thriller interessieren mich. Das hat einen besonderen Grund: In meinem Berufsleben war ich lange Zeit Teil dieses Systems, allerdings auf der Seite der Guten – glaubt es mir bitte! -. Dass es „die Bösen“ darin gibt, ist mir durchaus bekannt. Und was mir da im wahren Leben entgangen, besser: erspart geblieben ist, das will ich wissen.

Als mir dieser Thriller zum Lesen und Rezensieren vorgeschlagen wurde, habe ich das Angebot gern angenommen. Lesen wollte ich das Buch wie zuvor schon über 60.000 E-Book-Leser.

Basis für dieses Buch sind wahre Begebenheiten, offenbar aus dem direkten Umfeld der Autorin. Metallischer Abrieb bei ungeeigneten aber zugelassenen Endoprothesen – hier künstlichen Hüftgelenken – führen zu dramatischen Vergiftungen. Das ist wahrlich ein interessantes Thema und berührt die Zulassungskriterien – Richtlinien und Gesetze – für Medizinprodukte. Diese Thematik und einiges andere Skandalöse ist verpackt in einem noch dramatischeren Plot, bei dem die Journalistin im Rahmen ihrer Recherche um ihr Leben fürchten und kämpfen muss. Das ist der Stoff aus dem ein Thriller sein kann.

Die Story beginnt gleich „psychiatrisch“ oder „psychologisch“. Dabei werden diese beiden Begriffe derart durcheinandergewirbelt und auch in den entsprechenden Berufsbezeichnungen durcheinander gebracht, dass mir angst und bange wurde. Dieses Chaos ließ an guter Recherche der Autorin zweifeln. Als dann noch das Freud’sche rote Sofa klischeehaft strapaziert wurde war es mit meiner (Lese-)Geduld zu Ende. – abgesehen davon, dass ich den weiteren Verlauf der Geschichte durch phasenweises Lesen verfolgt habe.

Dabei führt Lena Sander im Nachwort deutlich auf, wo Mängel bei der Zulassung von Medizinprodukten und der Zertifizierung von Herstellern dieser Produkte bestanden haben und auch heute teilweise noch bestehen. Und das ist nicht Fiktion sondern eine Tatsache. Es sind die berühmten „Schwarzen Schafe“, die unwissentlich oder wissentlich (aus welchen Gründen auch immer) Produkte entwickeln, herstellen, vertreiben und verwenden, die ihren Zweck nicht erfüllen oder sogar die Gesundheit der Patienten, die mit diesen Produkten leben müssen, gefährden oder sogar ruinieren.

Von daher ist das Ansinnen der Autorin, auf derartige Missstände aufmerksam zu machen, zu schätzen. Schade, dass sie mir schon auf den ersten Seiten das Interesse am Lesen genommen hat und auch in den anderen Passagen nicht überzeugen konnte, die mir recht simpel dargestellt erschienen.

 

 

 

 

 

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Eine Antwort zu Enttäuschend, abgebrochen: Lena Sander – Zersetzt

  1. karu02 schreibt:

    Wie immer gefällt es mir auch, wenn Du mich vor Zeitverschwendung bewahrst. Danke.

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