Alex Bensson: Viren schlafen nicht

Viren_CoverEs ist das Horrorszenario – von dem wir nicht wissen, ob es jemals in der Realität ähnlich abgelaufen ist oder ob es lediglich eine Fiktion ist – die der Arzt und Biologe, der sich Alex Bensson nennt, in seinem Thriller-Debüt „Viren schlafen nicht“ beschreibt: Die böse Pharmaindustrie und deren Umfeld erfindet gleichzeitig eine neue tödliche verlaufende Krankheit und ein Medikament dagegen. Mit dem Ziel, unermessliche Profite zu erwirtschaften.

In diesem Thriller tauchen zunächst unbekannte biologische Proben auf, die – mittelbar und unmittelbar – verantwortlich sind für den Tod von Wissenschaftlern, die mit ihnen in Laboratorien bei der Analyse in Kontakt kommen. Leute, die bei der Produktion und dem Transport damit kontaminiert werden, sterben.

Eine Gruppe privater Geheimdienstler rund um Lord Bromley, Spross eines ehemaligen äußerst erfolgreichen MI6-Agenten, nimmt sich der Sache an, nachdem in München ein Genetiker bei der Untersuchung der Materie ums Leben kommt. Und nachdem zeitgleich beunruhigende Meldungen über die Analyse unbekannten Materials von einem Virologen aus Oxford (UK) zum MI6 gelangen, wo die Spezialistin für biologische Kampfstoffe, Jane Stoneheart, zu verhindern versucht, dass derartige Stoffe von Terroristen, korrupten Machthabern und Diktatoren eingesetzt werden. Jane beauftragt jenen Lord Bromley zu klären, was hinter diesen ominösen Ereignissen steckt, aus welcher Quelle die unbekannten Proben stammen. Hilfe erhält Lord Bromley von einer ehemaligen Schülerin des toten Münchener Genetikers. Und so führt der Weg der Ermittler vom Schloss Bromley in Schottland nach München, Oxford, London, New York, Genf bis in die Uckermark, immer auf der Suche Tätern, Hintermännern, Auftraggebern und den potentiellen Profiteuren. Das Unternehmen der Bromley-Truppe läuft sowohl im legalen Rahmen, häufig aber auch jenseits jeglicher Legalität ab.

Dramatische Szenen wechseln sich ab mit nahezu wissenschaftlichen Ausflügen in die Molekularbiologie, dem Aufbau von Viren, deren DNA und Analyse, der Wirkungsweise von Viren und den Möglichkeiten der genetischen Manipulation. Während die spannenden dramatischen Szenen bei Thrillerfans Begeisterung auslösen werden, sind die wissenschaftlichen Beschreibungen dann doch sehr anspruchsvoll und bedürfen zum Verständnis zumindest eines Leistungskurses in Biologie. Aber auch wenn Teile davon sich Leser*innen nicht erschließen werden, der Thriller wirkt, weil die Story des Bösen in der Pharmaindustrie und deren Viren manipulierendem Umfeld eine fiktionale Darstellung von Ereignissen ist, die dieser Industrie unterstellt werden.

So bleibt die Frage, ob diese fiktive Schilderung als Anregung für kommende Vorhaben der realen Welt zu betrachten ist, oder ob Alex Bensson die Story aus einem realen Ereignis auf diesen Thriller transponiert hat. Wie es auch sei, Alex Bensson hat mit großem medizinischen und naturwissenschaftlichen Sachverstand einen Thriller geschrieben für Leser*innen, die sich für reale und/oder fiktionale Skandale und Verbrechen der Pharmabranche interessieren.

Viren schlafen nicht, erschienen 2016 (Selfpublishing) als Taschenbuch und eBook

 

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