Offene Wunden – Vorstellung von Jürgen Heimbachs 3.Teil der Nachkriegskrimis mit kleinem Ausflug in die Geschichte jener Zeit

20160407_200826-1Offene Wunden ist der Abschluss einer Nachkriegskrimi-Trilogie von Jürgen Heimbach. Vorgestellt wurde der Kriminalroman kürzlich im Drusussaal der Zitadelle, dem Mainzer Festungswerk auf dem Jakobsberg.

„Kultur auf der Zitadelle“ heißt die Veranstaltungsreihe des LiteraturBüro e.V., in deren Rahmen der Autor aus dem 3.Teil der Kriminalromane um den Mainzer Hauptkommissar Paul Koch las. Und es war nicht nur eine der üblichen Krimilesungen, auf denen Ausschnitte aus einem Buch vorgelesen werden, es war auch eine kleine, unterhaltsame Geschichtsstunde über die Situation in der jungen Republik im Jahre 1950.

P1030356-001Über die „kriminelle Handlung“ und die Rolle von Paul Koch habe ich in der Besprechung des Buches bereits geschrieben. In mehreren Abschnitten hörten annähernd 100 Zuhörer spannende Momente aus diesem Werk, ohne dass allzuviel verraten wurde. Genug aber, um das Interesse am Buch zu wecken.

Zwischen den gelesenen Passagen gab Jürgen Heimbach Erklärungen zum gesellschaftlichen und politischen Umfeld:

Über die anfängliche Weigerung der französischen Militärverwaltung, in ihrer Besatzungszone Flüchtlinge und Vertriebene aufzunehmen. Befürchtet wurde u.a. eine nicht tragbare Belastung der stark unter den Kriegsfolgen leidenden Zone. Auf Drängen der anderen Allierten wurde dann allerdings die Einreise genehmigt. Einreisen durften vornehmlich Deutsche, die während des Krieges aus den Ostgebieten ins besetzte Dänemark kamen und dort in Wehrmachtslagern interniert waren.

Über die Bestrebungen ehemaliger hochrangiger NSDAP-Funktionäre und SS-Führer, nach Muster des Reichsicherheitshauptamtes eine neue Bundespolizei zu schaffen. Wie es gelang, das BKA zu gründen und es als Auffangbecken für alte Nazis und SS-Schergen bis Ende der 1960er Jahre zu nutzen.

Über Paul Dickopf, dem SS-Mann und dessen dubioser Rolle während des Krieges. Über den Mann, der der erste Präsident des BKA wurde und gleichzeitig weiterhin auf der Payroll der CIA stand.

(Im Nachwort zum Buch sind diese Fakten ausführlich beschrieben.)

IMG_5816-001Spannende Passagen aus dem Buch und höchst interessante Erklärungen veranlassten zahlreiche Zuhörer das Buch zu kaufen, und während der Pause und im Anschluss an die Veranstaltung untereinander und mit Jürgen Heimbach über das Buch und die Ereignisse der damaligen Zeit zu sprechen. Und signiert hat Jürgen Heimbach die Bücher selbstverständlich auch noch.

Erschienen ist Offene Wunden im Pendragon Verlag, 2016

Teil 1 der Trilogie: Unter Trümmern (2012), Teil 2: Alte Feinde (2014)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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