Fenna Williams: Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht

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Cover mit Puschen, dem Waschbären aus der Truppe von Dona Holsteins Geisterjägern

Erben kann gefährlich sein! Die Mitglieder einer Erbengemeinschaft werden immer weniger, mancheiner von ihnen stirbt eines unnatürlichen Todes. Das freut die Überlebenden – ihr Erbanteil wird größer -, gleichzeitig versetzt es sie aber auch in Angst – jeder von ihnen könnte der Nächste sein, der seinen Anteil nicht mehr genießen kann.

In ihrer Not wenden sie sich an die Ermittlerin Dona Holstein und ihre Truppe, ein unglaubliches Konglomerat zumeist skurriler Typen und tierischer Ermittler wie Waschbären, Gänse, einem Falken und anderem nützlichen Getier sowie Ameisen der Art Paraponera clavata (auch Bullet Ants oder Gewehrkugelameisen genannt), deren Stiche als die schmerzhaftesten Insektenstiche der Welt gelten und von Dona als Waffe gegen Verbrecher eingesetzt werden.

Donas Truppe nennt sich Geisterjäger und kann nicht nur die Spuren der Lebenden sondern auch die der Toten verfolgen. Aber nicht nur das Personal der Geisterjäger ist zahlreich und vielfältig, auch die Erben und ihre Trabanten treten – obwohl bereits dezimiert – in großer Zahl und an verschiedenen Orten auf. So wird teilweise in Brügge und Hamburg ermittelt. Zentrum der Arbeit ist jedoch der liebliche und beliebte walisische Badeort Tenby, in dessen Nähe das Erbe anfiel.

Fenna Williams hat sich in Tenby in umfangreiche Recherchen gestürzt, um an der großen Sturmflut des Jahres 1606, die ganze Dörfer an der walisischen Küste in Meer gespült hat, die Geschichte der Erben zu verankern. Die verbrecherischen Aktivitäten, die Dona & Co aufklären sollen, sind jedoch in der Gegenwart angesiedelt, damit Erben nicht weiter Sterben bedeutet.

„Wimmelkrimi“ habe ich einen anderen Krimi getauft, den die Autorin zusammen mit Brenda Stumpf als Autorenduo Auerbach und Keller veröffentlicht hat (Tote trinken keinen Whisky) – wegen der überaus üppigen personellen Ausstattung . Diesen Untertitel hat sich auch „Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht“ verdient.

„Comic Crime“nennt Fenna Williams die Art dieses Kriminalromans  und so ist es auch: ein Krimi zum Schmuzeln, gespickt mit feinem Humor und großem Einfallsreichtum der Autorin.Wer diesen Spaß mag und nicht auf Authentizität im Krimi pocht, wem die fantasievoll dargestellte Arbeit von Dona Holsteins Geisterjägern gefällt, der wird sich mit oder ohne die Liste der Mitwirkenden am Anfang des Buches durch diesen Fall wuseln und sich köstlich amüsieren, besonders auch über eine Protagonistin, die als Biographin des Teams diesen Fall aufgezeichnet hat und die zufällig (?) im Krimi den Namen Fenna Williams trägt.

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Erschienen 2015 als Taschenbuch bei List

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