Krimi-Blog-Tour mit Hercule Poirot -Tag 2

Herzlich Willkommen zum zweiten Tag der Krimi-Blog-Tour mit Hercule Poirot.

blogtour_grafik_HeaderAm 15. September vor 125 Jahren wurde Agatha Christie geboren. Aus diesem Anlass  laden sechs Blogger gemeinsam mit dem Atlantik Verlag zur Blogtour ein. Während der Blogtour präsentiert täglich ein anderer Blog einen Teil der Hercule-Poirot-Geschichte »Die Pralinenschachtel« aus Das große Hercule Poirot Buch, verbunden mit einer Rätselfrage. Wer alle Fragen gelöst und dazu noch Glück hat, dem winken am Ende tolle Preise! Viel Spaß dabei und einen guten Spürsinn.

Hier der zweite Abschnitt der Geschichte:

Ich schüttelte den Kopf. ›Ich fürchte, Sie verlangen Unmögliches von mir, Mademoiselle. Obwohl ich im Urlaub bin, gehöre ich trotzdem der Polizei an.                                          Sie beugte sich vor. ›Écoutez, Monsieur. Ich bitte Sie lediglich darum, einige Ermittlungen anzustellen. Das Ergebnis Ihrer Ermittlungen dürfen Sie gern der Polizei mitteilen. Wenn das, was ich vermute, tatsächlich wahr ist, benötigen wir sowieso den ganzen Polizeiapparat.‹                                                                                                                   Das ließ die Angelegenheit in einem etwas anderen Licht erscheinen, und ich stellte ihr meine Dienste ohne weitere Umstände zur Verfügung.                                                       Eine leichte Röte stieg in ihre Wangen. ›Ich danke Ihnen, Monsieur. Es ist der Tod von Monsieur Paul Déroulard, den ich Sie zu untersuchen bitte.‹

Comment?‹, rief ich überrascht aus.

Monsieur, ich habe keinerlei Anhaltspunkte, nichts als meinen weiblichen Instinkt, aber ich bin überzeugt – überzeugt, sage ich Ihnen – , dass Monsieur Déroulard keines natürlichen Todes gestorben ist!‹

Aber die Ärzte haben doch sicherlich …‹

Ärzte können sich täuschen. Er war so robust, so kräftig. Ah, Monsieur Poirot, ich flehe Sie an, mir zu helfen …‹

Das arme Kind war schier außer sich. Sie wäre sogar vor mir auf die Knie gefallen. Ich beruhigte sie, so gut es ging.

Ich werde Ihnen helfen, Mademoiselle. Ich bin mir fast vollkommen sicher, dass Ihre Befürchtungen unbegründet sind, aber wir werden sehen. Als Erstes möchte ich Sie bitten, mir die Bewohner des Hauses zu beschreiben.‹

Da ist natürlich einmal das Personal: Jeannette, Félice und Denise, die Köchin. Letztere steht dort schon seit vielen Jahren in Diensten; die anderen beiden sind einfache Mädchen vom Lande. Dann wäre da noch François, ein ebenfalls langjähriger Diener. Außerdem lebte noch Monsieur Déroulards Mutter bei ihm, und ich. Ich heiße Virginie Mesnard. Ich bin eine arme Cousine der verstorbenen Madame Déroulard, Monsieur Pauls Gattin, und gehöre seit über drei Jahren zu dem Haushalt, dessen Mitglieder ich Ihnen gerade beschrieben habe. Ferner wohnten noch zwei Gäste im Haus.‹

Die da wären?‹

Monsieur de Saint Alard, ein Nachbar von Monsieur Déroulard in Frankreich. Sowie ein englischer Freund, Mr John Wilson.‹

Und die beiden wohnen immer noch bei Ihnen?‹

Mr Wilson ja, Monsieur de Saint Alard hingegen reiste gestern ab.‹

Und wie sieht Ihr Plan aus, Mademoiselle Mesnard?‹

Wenn Sie in einer halben Stunde bei uns vorsprechen, werde ich mir eine Geschichte zurechtgelegt haben, um Ihre Anwesenheit zu erklären. Am besten wäre es wohl, wenn ich behaupten würde, Sie hätten irgendetwas mit der Presse zu tun. Ich sage einfach, Sie kämen aus Paris und hätten ein Empfehlungsschreiben von Monsieur de Saint Alard. Madame Déroulard ist sehr gebrechlich und wird kaum auf irgendwelche Einzelheiten achten.‹

Unter Mademoiselles geschicktem Vorwand gelangte ich ins Haus, und nach einem kurzen Gespräch mit der Mutter des verstorbenen Abgeordneten – einer ausgesprochen imposanten, allerdings eben schwächlichen Aristokratin – durfte ich mich in den Räumlichkeiten frei bewegen.

Ich frage mich, mon ami«, fuhr Poirot fort, »ob Sie sich überhaupt vorstellen können, wie schwierig meine Aufgabe war. Es ging hier um den drei Tage zurückliegenden Tod eines Mannes. War er tatsächlich einem Verbrechen zum Opfer gefallen, so gab es nur eine Möglichkeit: Gift! Und es gab weder eine Aussicht dar­auf, den Leichnam zu sehen, noch eine Gelegenheit, die Substanz zu bestimmen oder zu analysieren, in der das Gift eventuell verabreicht worden war. Es gab keine Anhaltspunkte, die ich verfolgen konnte – keine Spuren, weder hilfreiche noch irreführende. War der Mann vergiftet worden? War er eines natürlichen Todes gestorben? Das musste ich, Hercule Poirot – ohne irgendwelche Indizien – entscheiden.

Zuerst sprach ich mit dem Personal, mit dessen Hilfe ich den Abend rekonstruierte. Besondere Beachtung schenkte ich dem Abendessen und der Art, wie es aufgetragen worden war. Die Suppe hatte Monsieur Déroulard selbst aus einer Terrine serviert. Dann gab es Kotelett, dann Hühnchen. Zum Schluss Kompott. Und alles hatte Monsieur höchstpersönlich aufgetragen und serviert. Der Kaffee war in einer großen Kanne auf den Esstisch gestellt worden. Fehlanzeige, mon ami – unmöglich, einen zu vergiften, ohne alle zu vergiften!

Nach dem Essen hatte sich Madame Déroulard, begleitet von Mademoiselle Virginie, in ihre Räume zurückgezogen. Die drei Männer hatten sich in Monsieur Déroulards Arbeitszimmer begeben. Dort hatten sie einige Zeit miteinander geplaudert, als der Abgeordnete urplötzlich, ohne jede Vorwarnung, krachend zu Boden gefallen war. Monsieur de Saint Alard war hinausgeeilt und hatte François aufgetragen, sofort den Arzt zu holen, denn er war sich, so der Diener, sicher, es handele sich um einen Schlaganfall. Doch als der Arzt eintraf, sei es für jede Hilfe zu spät gewesen.

Dann stellte mir Mademoiselle Virginie Mr John Wilson vor: stämmig und in mittlerem Alter, ein regelrechter John Bull, wie man den typischen Engländer damals nannte. Seine in sehr britischem Französisch vorgetragene Darstellung des Abends deckte sich im Wesentlichen mit den anderen Aussagen:

Déroulard wurde ganz rot im Gesicht und fiel zu Boden.‹

Hier war nichts weiter in Erfahrung zu bringen. Danach ging ich zum Schauplatz der Tragödie, dem Arbeitszimmer, wo man mich auf meine Bitte hin allein ließ. Bisher gab es nichts, was Mademoiselle Mesnards Theorie untermauert hätte. Ich sah mich gezwungen, das Ganze für einen Irrglauben ihrerseits zu halten. Offensichtlich hatte sie romantisch-leidenschaftliche Gefühle für den Toten empfunden, die es ihr unmöglich machten, den Fall nüchtern zu betrachten. Trotzdem suchte ich das Arbeitszimmer peinlich genau ab. Es wäre ja beispielsweise möglich gewesen, dass eine Spritze so am Sessel des Toten angebracht worden war, dass er zwangsläufig eine tödliche Injektion verabreicht bekam. Wahrscheinlich wäre der winzige Einstich unbemerkt geblieben. Allerdings konnte ich keinerlei Beweise für diese Theorie finden. Mit einer Geste der Verzweiflung ließ ich mich in den Sessel fallen.

Enfin, ich gebe auf!‹, sagte ich laut. ›Nirgends gibt es auch nur die geringste Spur! Alles ist absolut normal.‹

Copyright © 1999 Agatha Christie Limited. All rights reserved. AGATHA CHRISTIE® POIROT® and the Agatha Christie Signature are registered trade marks of Agatha Christie Limited in the UK and/or elsewhere. All rights reserved. Für die deutschsprachige Ausgabe. Copyright © 2015 by Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg  –  Aus dem Englischen von Michael Mundhenk

Nun die zweite Rätselfrage: Wie lautet der Name der Köchin? Der 4. Buchstabe ihres Namens ist der Lösungsbuchstabe. Er gehört an die dritte Stelle.

Die Informationen zur Blogtour mit den nächsten Stationen und zum Rätsel findest du hier: http://www.atlantikverlag.de/blogtour-zu-agatha-christie/

Und das sind die Preise:

1. Platz: Eine Bahnhofsuhr + XXL-Christie-Bücherpaket

#blogtour-gewinn-paddington-uhr

2. – 10. Platz: Ein kleines Buchpaket, bestehend aus „Das große Hercule Poirot-Buch“ und einem Christie-Buch eigener Wahl.

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Hier noch einmal alle Stationen der Tour:

7. September: papiergefluester.com
8. September: krimilese.wordpress.com
9. September: kielfeder-blog.de
10. September: readpack.de
11. September: lesestunden.de
12. September: frauhauptsachebunt.de

 

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5 Antworten zu Krimi-Blog-Tour mit Hercule Poirot -Tag 2

  1. Fenna Williams schreibt:

    Eine wirklich tolle Idee! Vielleicht verliebe ich mich dann ja doch noch in den kleinen Belgier – der war mir bisher etwas ferne – aber Dank Euch …

  2. Pingback: Blogtour Agatha Christie mit Hercule Poirot | Kielfeder

  3. Pingback: [Blogtour] Agatha Christie

  4. Juhu, ich habe gewonnen! Bin schon sehr gespannt, was alles in dem XXL-Buchpaket drin ist…

  5. mariapd schreibt:

    Schade, dass ich den Beitrag so spät gesehen habe 🙂 Ich liebe die Queen of Crime!

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