„Oldies but Goldies“ der Kriminalliteratur

Es ist wie Weihnachten: Alle Jahre wieder……werden Bestenlisten erstellt, Preise für die besten Krimis verliehen. Die bekanntesten Preise in Deutschland sind der „Deutscher Krimi Preis“ und die vom Syndikat verliehenen Friedrich-Glauser-Preise. Dazu gibt es Dutzende Auszeichnungen von Bremen bis Kärnten.

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Eins haben fast alle Belobigungs-Listen gemeinsam: Nach wenigen Jahren sind die meisten dieser Krimnalromane und -geschichten, deren Autoren und Autorinnen in Vergessenheit geraten.

Eine der wenigen Ausnahmen ist die Liste der 119 besten Kriminalromane aller Zeiten (sh. Deutscher-Krimi-Preis). Sie ist bereits 25 Jahre alt, umfasst den Zeitraum von Edgar Allen Poe (Der Doppelmord in der Rue Morgue, 1841) bis Pieke Biermann (Potsdamer Ableben, 1987).

Neben Ambler, Chandler, Christie, Fauser, Dürrenmatt, Doyle, Glauser, Highsmith, Sayers und anderen der alten Garde wären bei einer aktuelleren Liste ebenbürtige AutorenInnen hinzugefügt, und es wäre keine Liste der besten 119 sondern vielleicht eine der besten 131 entstanden. Jedenfalls haben fast alle 119 die diversen Modeströme bis heute überstanden, sind inzwischen Klassiker des Genres.

Meine kleine Bibliothek der Kriminalliteratur beinhaltet einen großen Teil davon. Von der Schullektüre (Dürrenmatt: Der Verdacht) angefangen, erstmals von mir vor 50 Jahren gelesen, über die schwarz-gelben Bände des Diogenes-Verlags aus den 70ern, bis zu neueren Ausgaben.

Einen Teil dieser Bücher möchte ich – in Kürze beginnend – nach und nach vorstellen.

IMG_5210Anfangen werde ich mit dem „Platz 1“ der Liste der besten 119. Und das war schon mal ein schwieriges Unterfangen, denn Wenn der Postmann zweimal klingelt von James M.Cain befand sich nicht in meiner Sammlung, aktuell wird das Buch auch nicht mehr verlegt, ist nicht lieferbar und gut erhaltene Exemplare dieses Taschenbuchs werden zu einem Preis ca. 20 € gehandelt. Letztlich habe ich dann doch eine günstige Quelle gefunden und somit wird auf diesem Blog demnächst in der Reihe „Oldies but Goldies“ dieses Buch als erstes vorgestellt werden.

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8 Antworten zu „Oldies but Goldies“ der Kriminalliteratur

  1. meikesbuntewelt schreibt:

    Ein sehr schönes Projekt, Philipp. Bin gespannt.

  2. Der Schneemann schreibt:

    Ich werde wohl demnächst ein ähnliches Projekt mit der Reihe „Dumont Noir“ starten. Die schließt zeitlich wahrscheinlich (einigermaßen) an diese Liste an. Gespannt bin ich natürlich auf deine Fauser-Rezension.

    • Philipp Elph schreibt:

      Eine illustre und übersichtliche Reihe, die Du da anpeilst. Freu‘ mich drauf. Ja, und dass der Fausersche Schneemann bei mir dabei sein wird, ist natürlich auch toll.

  3. My Crime Time schreibt:

    Argh, ich habe das Gefühl, dass ich momentan immer etwas hinterhinke, wenn es um Ideen geht. Ich habe mir am vergangenen Wochenende nämlich gedacht, dass ich endlich mehr Krimiklassiker lesen muss, damit ich endlich ein vernünftiges Basiswissen habe. Deswegen wollte ich demnächst auf meinem Blog nach Empfehlungen fragen. Die Krimi-Preis-Liste kenne ich zwar auch, aber ich wollte mir lieber mal direkt Tipps holen. Und jetzt kommst du hier als Klassiker-Guru mit dieser wunderschönen Idee daher! Das ist ja noch viel, viel besser! Ach, was soll’s. Ich werde euch trotzdem alle fragen, welche zehn Krimiklassiker man eurer Meinung nach unbedingt gelesen haben sollte. Hoffentlich mischt du da ordentlich mit, Philipp! Und dann muss ich halt hoffen, dass wir uns mit der Zeit nicht allzu sehr überschneiden. 🙂

    • Philipp Elph schreibt:

      Ach, Nicole………der clevere Mafioso steckt sein Claim ab, wenn er ein Geschäft wittert. Nun bin ich weder ein Mafioso noch habe ich ein komerzielles Interesse, aber das Thema reizt mich. Zudem ist das Feld der Klassiker so weit, dass für jeden ein großer Teil vom Kuchen da ist. Und wenn wir mal am gleichen Stück knabbern, bin ich sehr gespannt, was dabei rauskommt. Wir haben zwar oftmals einen gleichen Geschmack, interessant wird aber auch sein, ob bei den ollen Kamellen der Generationsunterschied zwischen uns sichtbar wird. Dass sich „Der Schneemann“ mit einer ähnlichen Idee beschäftigt, macht das Ganze äußerst interessant.
      Allerdings wird mein Projekt über einen größeren Zeitraum und nicht sehr geballt ablaufen. Ich möchte die Neuerscheinungen nicht zu sehr vernachlässigen.

      • My Crime Time schreibt:

        So meinte ich das ja auch gar nicht, Philipp. Ich komme mir halt nur so blöd vor, weil es mir in letzter Zeit immer mal wieder passiert, dass ich da ne hübsche Idee für meinen Blog habe und andere einfach schneller sind. Weil ich ja nun auch nicht kopieren möchte. In die Schublade wird man dann ja ganz schnell mal gesteckt. Nicht von dir, das weiß ich ja.
        Und ja, es gibt derart viele Klassiker, da kommen wir uns gewiss nicht ins Gehege. Und wenn ja, dann wird es spannend, denn du sprichst ja schon den Generationsunterschied an. Viele der Bücher, die du vorstellen wirst, hast du schon mal gelesen, oder? Für mich sind das alles dann Neuentdeckungen. Das könnte auch ein Aspekt sein, der es interessant machen könnte. Und dann noch: du Tarzan, ich Jane. Wie liest ein Mann die Klassiker? Wie eine Frau? Auch interessant.
        Geballt wird es die Klassiker bei mir aber auch nicht geben. Ich denke mal, dass ich so auf ein oder zwei im Monat kommen werde. Anfangs vielleicht auch mehr. Denn auch hier geht es mir wie dir: Neuveröffentlichungen – an denen komme ich einfach nicht vorbei. 🙂

      • crimenoir schreibt:

        Sehr fein, auch bei mir wird es künftig öfter mal was über Klassiker zu lesen geben, offenbar haben wir da alle ähnliche Bedürfnisse – dabei könnte man nicht gerade von einer aktuellen Krimiflaute sprechen, ganz im Gegenteil, selten gab es so viel Qualität, so mein Empfinden.

    • Philipp Elph schreibt:

      Packen wir’s an!
      (Etwa 2/3 der 119 habe ich schon einmal gelesen. Allerdings wurde Ende der 7oer die Krimi-Lese-Phase für fast 20 Jahre unterbrochen. Kinderbücher und Fachzeitschriften war dann meine bevorzugte Lektüre.)

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