Ray Banks: Dead Money

P1020006Alan Slater ist Vertreter für Fenster und beruflich ein armes Schwein. Zwar erfolgreich, dennoch leidet er unter den Vollpfosten seines Klientels, die sich nicht für sein Produkt entscheiden können oder wollen. Ausgleich sind für ihn Alkohol und Sex, denn auch zu Hause läuft es nicht gut: Eine Ehe , die nur noch auf dem Papier existiert, der Hund seiner Frau, der überall in der Wohnung seine Haufen hinsetzt, mit dem Alan nicht klar kommt.

Er schlägt sich die Nächte nicht nur mit seiner Geliebten Lucy um die Ohren, meist ist er mit dem Kollegen, dem Doppelglasfenster-Vertreter Beale auf Achse. Sie saufen und Alan begleitet seinen Spezi zu Pokerpartien, bei denen Beale ab und zu gewinnt, manchmal verliert und dann randaliert. Aber sie sind beste Freunde.

Dann passiert’s. Als Beale den großen Reibach bei einer illegalen Runde machen will, wird er gelinkt, macht Spielschulden. Als logische Konsequenz verprügelt der Unterlegene den Initiator der Runde so, dass Slater seinem Freund bei der Beseitigung der Leiche helfen muss. Aber das ist nicht alles, was an Freundschaftsdienst erwartet wird, denn der Gewinner meldet sich, fordert die Schulden von Slater ein.

Damit ist das nahezu biedermännische Leben zwischen frustrierendem Job, kaputter Ehe, Suff und Sex mit Lucy vorbei. Schadensminimierung ist angesagt.

Dead Money spielt in Manchesters üblen Spelunken, Casinos genannt. Es wird geblufft, gezinkt, gelinkt, Spielregeln leicht modifiziert. Und damit wird gutes Geld schnell zu Dead Money.

Ray Banks kennt sich aus im einen wie im anderen Milieu. Er hat als Croupier gearbeitet, er war Vertreter, für Doppelglasfenster, nicht alle Tage nüchtern erlebt. Ein Glück, dass Banks aus jenem Leben ausgeschieden ist, mit dem Schreiben begonnen hat.

Eine geniale Idee vom Polar Verlag mit Wolfgang Franßen, Ray Banks mit Dead Money erstmals auf Deutsch zu veröffentlichen, einem Krimi Noir erster Güte.

Lob auch für die Übersetzung durch Antje Maria Greisiger, die hier offensichtlich die schnörkellose Sprache Banks‘ treffend ins Deutsche übertragen hat.

Mit diesem Kriminalroman profiliert sich der Polar Verlag nach Gene Kerrigans Die Wut und anderen Werken zu einer Unternehmung, der es gelingt, den gegenwärtigen Krimi Noir auf hohem Niveau anzubieten.

Dead Money, als Noir ein Royal Flush!

___________________________________________________________

Die deutsche Übersetzung von Antje Maria Greisiger basiert auf der stark überarbeiteten Ausgabe Dead Money (UK 2011), ursprünglich als The Big Blind (USA 2004) erschienen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Rezension abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Ray Banks: Dead Money

  1. Pingback: Ben Atkins: Stadt der Ertrinkenden | KrimiLese

  2. Pingback: Meine Krimi-Highlights Q1-2015 | KrimiLese

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s