Auerbach & Keller: Tote trinken keinen Whisky

P1010783Auf der schottischen Halbinsel Kintyre wird nicht nur gelebt, geliebt, Whisky getrunken, gebrannt und geschmuggelt. In dieser idyllischen aber rauen Gegend wird auch gemordet. Eine romantische Hochzeit ihrer Freunde hatte Pippa Bolle, die aus Deutschland anreist, erwartet. Doch die Hochzeit von Duncan, dem Erben einer Whiskybrennerei, mit der Österreicherin Anita steht unter keinem guten Stern.

Neben ominösen Unfällen und Morden im Vor- und Umfeld des Festes hängt eine dunkle Wolke über der Brennerei: Ungereimtheiten bei den Whiskybeständen und der Verdacht, dass Schmuggler in großem Umfang von illegalen Geschäften profitieren, die in Zusammenhang mit der Brennerei stehen.

Grund genug für Pippa und einige andere, frühzeitig angereiste Hochzeitsgäste, die Familie Duncans, Mitarbeiter der Brennerei und die Bewohner der Gegend in ihrem Handeln kritisch zu beäugen. Dabei fließt etlicher Whisky durch die Kehlen, werden einheimische Spezialitäten verzehrt, Dudelsäcke zum Klingen gebracht, die Gegend erwandert und Brennereien besichtigt.

Leser dieses Cosy-Krimis lernen die Landschaft, Bewohner sowie einige bedeutende Einrichtungen der Halbinsel kennen, werden mit der aufwendigen Herstellung des Whiskys, insbesondere der der real existierenden Brennerei Glen Scotia bekannt gemacht.

Dabei entsteht einige Male der Eindruck, man würde in ein bei Kindern so beliebtes Wimmelbuch hineinschauen. Jedes Teil in diesem Krimi hat seine Bedeutung: Kühlschränke, die zunächst als Sperrmüll zusammenstehen tauchen im nächsten Bild als Kunstwerk auf. Ein wichtiges Utensil eines Whiskybrenners, zuvor wähend der Verkostung edler Tropfen in der Brennerei verwendet, wird blutbefleckt am Eingang einer Kaninchenhöhle gefunden. Auf jedes Detail ist beim Lesen zu achten, es könnte zur Aufklärung von Mord und anderen Verbrechen beitragen, zur Überführung der Täter von Bedeutung sein. Man achte auf den Stechheber, in Schottland Valinch genannt.

Pippa Bolle und ihre Helfer sind jedenfalls auf dem Quivive. Und zum Schluss sind alle glücklich – naja,  nur die Guten!

Dem Autorenduo Auerbach & Keller ist mit diesem Krimi eine liebevolle Beschreibung der schottischen Halbinsel Kintyre gelungen. Sie gesellen sich damit zu Paul McCartney und Wings-Mitglied Denny Laine, die vor mehr als 40 Jahren das Mull of Kintyre in dem bekannten Song so poetisch beschrieben haben. Aber nicht nur der Landschaft, sondern auch den Menschen (einschließlich der Fotografin Sarah MacDonald, auf deren Homepage einige Fotos von Kintyre und auch von Frau Auerbach zu sehen sind) mit ihren althergebrachten Gepflogenheiten und insbesondere dem Prozess der Herstellung von Whisky sowie dem Genuss des flüssigen Goldes wird neben den Verbrechen, die sich zumeist um dieses Goldes drehen, gebührend Raum gegönnt.

Ein Krimi für Liebhaber. Liebhaber der schottischen Landschaft, dortiger Bräuche, den Produkten zahlreicher Brennereien und den Liebhabern eines gepflegten Krimis, in dem niemals die platte Frage gestellt wird, was der Schotte unterm Rock trägt, trotzdem des Öfteren ein Schmunzeln beim Lesen erzeugt.

In diesem Sinne: Slàinte!

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