Totengruft in Fortsetzungen – warum ich mir das antue!

Welcher Teufel hat mich geritten, dass ich mir das antue? Einen Krimi in 80 bis 90 Forsetzungen in der Tageszeitung zu lesen!

P1010311Die Antwort ist einfach: Es ist eine interessante Story und ich möchte wissen, warum der Mann, der als mumifizierte Leiche hinter der Vertäfelung in einer Wiesbadener Villa gefunden wird, auf grausame Weise vor 100 Jahren gestorben ist und wer ihn dort deponiert hat.

Es ist der fünfte Fall, den Norma Tann als Privatdetektivin löst. Diesmal im Auftrag der Erbin des Hauses mit der Leiche. Hauseigentümerin Grit Blancke hat die ererbte Immobile zum Frauenhaus umgewandelt. Seit der Erbauung Ende des 19. Jahrhunderts ist die Villa in Familienbesitz und Grit möchte wissen, was damals vor rund 100 Jahren geschah. Die Polizei ist nicht an der Klärung des Falles interessiert ist, da der oder die Mörder nicht mehr lebend zu fassen sind. So steigt Norma in die Geschichte des Hauses ein.

Verknüpft ist der Todesfall offensichtlich – so jedenfalls spekuliere ich nach gut 20 Fortsetzungen – mit dem Schicksal Tony Senders, eine der ersten weiblichen Politikerinnen, die nach dem ersten Weltkrieg in der Arbeiterrätebewegung mitwirkte und schließlich bis 1933 Reichtagsabgeordnete war. Denn Norma findet schnell heraus, dass der Großvater der heutigen Hauseigentümerin Tony bereits Schuljunge verehrt hat. Und der Tote trug ein Bild von Tony Sender bei sich.

Und so lese ich Folge für Folge, allerdings nicht mehr Tag für Tag, sondern inzwischen blockweise, jede Woche sechs Folgen hintereinander. Das ist mir angenehmer. Ich muss mich dann nicht jedes Mal wieder in die Story hineinlesen.

Ich habe die Autorin Susanne Kronenberg gefragt, ob ihr Buch für diese Fortsetzungsversion überarbeitet wurde. Das ist nicht der Fall, nur ab und zu würde der letzte Satz aus der vorherigen Folge am nächsten Tag wiederholt, um den Lesern den Einstieg zu erleichtern. Cliffhänger am Ende einer Folge einzubauen, um das Interesse am Lesen zu erhalten, sind demnach nicht notwendig gewesen.

Klar, ich könnte mir auch das Buch kaufen und schneller zum Ende und somit zur Lösung des Falles gelangen, aber ich will wissen, ob mein Interesse bis zum Schluss groß genug ist durchzuhalten. Zur Zeit sieht es so aus. Meine Tageszeitung hat eine gute Wahl getroffen.

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Als Buch ist der Krimi von Susanne Kronenberg im Gmeiner-Verlag erschienen, zur Zeit wird es als Fortsetzungsroman im Wiesbadener Kurier abgedruckt.

 

 

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