Andrea Camilleri: Der Tanz der Möwe

P1010264Auch in „Der Tanz der Möwe“ steht die Beziehung von Commissario Salvo Montalbano zu seiner Fernbeziehung Livia unter keinem guten Stern. Zwar trifft Livia für ein paar Tage auf Sizilien ein, aber dann passiert’s: Montalbanos Kollege Fazio verschwindet unter dubiosen Umständen, der Commissario macht sich auf die Suche – und vergisst, dass in seinem Haus am Meer Livia auf ihn wartet. Livia ahnt, was in den nächsten Tagen passieren wird und verschwindet wieder in den Norden. Montalbano arbeitet Tag und Nacht mit der Lösung des Falles, dem Fazio auf der Spur war und bei dem dieser in einen Hinterhalt gelockt wurde.

Es ist die zunächst Sorge um Fazio, die Montalbanos Handeln prägt, dann aber auch die Suche nach den Hintergründen für Fazios Verschwinden. Motive, die auf eigenartigen Verhaltensweisen einiger nicht mehr Lebender und noch Lebender zurückzuführen sind, bringen den Commissario Richtung Mörder.

Wie gewöhnlich auf Sizilien und damit auch bei Andrea Camilleri führen die meisten Wege zur Mafia. Und wie üblich beim Autor geschieht das zuweilen in derben Worten. Mehr Platz wird dieses Mal Cantarella, Montalbanos äußerst dümmlichen untergeordneten Mitarbeiter eingeräumt, diesem Trottel, der ständig alles verwechselt, sich keinen einzigen Namen richtig merken kann, jedoch stets und ständig bemüht ist. Dadurch erhält der Roman eine stärkere Comedy-hafte Note. Um mit den Worten Camilleris zu sprechen: das geht mir mächtig auf die Eier.

Ansonsten ist alles wie in der Commissario-Montalbano-Reihe üblich: wie Donna Leon, nur eine kräftige Prise würziger. Ländliches und kleinstädtisches Sizilien statt Venedig.

Und so wird es wohl noch ein paar Jahre weitergehen, denn Andrea Camilleri wird zwar im nächsten Jahr 90 Jahre alt, aber es gibt noch ein halbes Dutzend nicht in Deutschland erschienene „Montalbanis“.

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Original: La danza del gabbiano, Italien 2009, dt. 2014 (Übersetzung Rita Seuß und Walter Kögler)

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Eine Antwort zu Andrea Camilleri: Der Tanz der Möwe

  1. richensa schreibt:

    Danke für’s Lesen, bald ist Urlaubs- und Lesezeit 😉

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