Åke Edwardson: Das dunkle Haus

Exif_JPEG_PICTUREVier Jahre nach dem letzten Winter nun ein elfter Band der Kommissar-Erik-Winter-Reihe. Edwardson hat es nicht ausgehalten ohne seinen Kommissar und so transferiert er ihn zurück aus Marbella, wo er mit seiner Familie nach dem letzten Fall gelebt hat, zurück ins winterliche, düstere Göteborg. Während Frau und Kinder im Süden bleiben, ermittelt der Kommissar wieder zusammen mit alten Kollegen, statt am Mittelmeer Steine zu zählen. Raus aus der Langweile, rein in einen düsteren und mysteriösen Fall.

Eine Mutter und zwei ihrer Kinder sind ermordet worden, das Baby der Famile verschonte der Mörder. Der Ehemann und Vater? Ein Verdächtiger! Ein erschütternder Fall, in dem Winter sich gegen das Offensichtliche stemmt und seinem Instinkt nachgeht. Winter denkt nach, lässt sich am Tatort durch die düstere Stimmung inspirieren, träumt tags und nachts von diesem Fall. Träumen scheint eine seiner Hauptbeschäftigungen zu sein – und es sind meist Albträume, die ihn quälen. Was Winter beschäftigt, das beschäftigt auch den Leser. Die Suche nach Täter und Motiv zieht sich in die Länge. Es ist zuweilen schwierig, dem Denken des Kommissars mit all seinen Verästelungen zu folgen, immer wieder neu anzusetzen.

Ein Handlungsfluss ist zeitweise nicht zu erkennen, das Lesen und Verstehen wird in Strudel der Gedankengänge mühsam. Es ist nicht der Krimi für eine Nacht. Es ist Lektüre, für die sich der Leser Zeit nehmen muss. Das Buch für ein paar Stunden weglegen, einen Spaziergang machen, Blumen gießen, Abstand von ihm nehmen. Danach das Gedankengeflecht Winters wieder aufnehmen und ihm folgen. Irgendwann wissen wir, wer Mörder ist und wer nicht.
Ein Buch für lange Winterabende (soll jetzt kein plattes Wortspiel sein), keine seichte Strandlektüre.

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Original: Hus vid världens ände (Schweden 2012), dt. 2014 (Übersetzung: Angelika Kutsch)

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5 Antworten zu Åke Edwardson: Das dunkle Haus

  1. BirthesLesezeit schreibt:

    Ich kenne von Ake Edwardson bisher nur „Die Rache des Chamäleons“, das mir sehr gut gefallen hat. „Das dunkle Haus“ hört sich interessant an… Werde ich mir merken. LG

  2. richensa schreibt:

    Puh, also keine leichte Kost, und wahscheinlich muss man alle vorherigen Bücher mit dem Kommissar gelesen haben?

  3. karu02 schreibt:

    Gut, dann warte ich erst mal den Sommer ab.

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