Gelesen hat er auch – ein unterhaltsamer Abend mit Thrillerautor Arno Strobel

Arno Strobel liest aus seinem fünften Psychothriller „Das Rachespiel“, so war die Ankündigung für den Abend im Zentrum Alte Kirche. Das hat er auch getan – unter anderem.
Viel Zeit hat der Autor sich genommen für einen Dialog mit dem Auditorium – und das war gut so.
P1010118Er erzählte ganz einfach aus seinem Leben, über den beruflichen Werdegang, wie er zum Schreiben gekommen ist. Von den ersten Schreiberfolgen berichtete Arno Strobel und davon, wo er heute steht. Denn auch in seinem Lebenslauf, der im neuesten Werk abgedruckt ist, ist es noch nicht zu lesen: Er ist jetzt ein hauptberuflicher Schriftsteller, den Job in Luxemburg hat er zugunsten seiner Schriftstellerei kürzlich aufgegeben. Vor lauter Plaudern, vergaß Herr Strobel jedoch nicht, einige Abschnitte aus den ersten Kapiteln von „Das Rachespiel“ vorzulesen. Und diese wenigen Seiten ließen erahnen, was da in einem labyrinthartigen Bunker für ein dramatisches Spiel abgehen wird.
Vorbild für den Bunker, das erfuhren wir im Laufe des Abends, war der ehemalige Ausweichsitz der NRW-Landesregierung in Kall-Urft. Eine Besichtigung des atomsicheren Bunkers brachte den Autor auf die Idee, einen Psychothriller an diesem Ort anzusiedeln. Und mit Ideen hat es Arno Strobel ständig. Er sei nicht der handwerkliche Schriftsteller, der den Ablauf einer Story von Anfang bis Ende plane, die Dramaturgie festlege und die Wendepunkte der Handlung vor Beginn des Schreibens fixiere. Vielmehr würde er zunächst den Anfang überlegen, dazu den Schluss und drei bis vier der wichtigsten Protagonisten charkterisieren. Dann schreiben, schreiben, schreiben Teile löschen, neue Wendungen formulieren, schließlich zum Ende kommen, korrigieren und das Buch dem Verlag vorlegen. Mit vielen Fragen gaben die Zuhörer Stichworte, die von Arno Strobel aufgegriffen und in interessanten, kurzweiligen Ausführungen zum Teil anekdotenhaft beantwortet wurden.
Leser dieses Beitrags können sich sicherlich vorstellen, dass es nicht viel war, was den Zuhörern aus dem neuen Psychothriller geboten wurde – aber entweder war das Buch schon bekannt oder wird von dem Rest des Auditoriums in Kürze gelesen werden.
Zumindest genau so interessant wie die gelesenen Sequenzen aus „Das Rachespiel“ war das Dessert des Abends!

P1010117Der Autor las drei seiner Kurzgeschichten. Kompakte Formen des Schwarzen Humors, vergleichbar mit Werken der Meister der Kriminalgeschichte. Einer davon, Stanley Ellin, wurde einmal vorgestellt mit den Worten: „Mit hintergründiger Raffinesse serviert der Meister des sanften Schreckens seine Gänsehaut-Spezialitäten…..“. Das tat Arno Strobel an diesem Abend in dem alten Kirchengemäuers ebenso meisterhaft.
Die kurzen Geschichten sind in einem Buch zusammengefasst, das nicht im Buchhandel erhältlich ist, sondern nur bei Lesungen verkauft wird – und allein das ist es wert, eine Lesung mit Arno Strobel zu besuchen (aber nicht nur, sondern weil es insgesamt ein toller Abend war: siehe oben!)

Danke Arno Strobel für die hervorragende Performance, danke dem ZAK und besonders auch dem Team der Buchhandlung Sommer für diese sogenannte aber auch Lesung!

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