Krimilesung von Autorin Kerstin Hamann am „Tatort“, dem Gewölbekeller unter der Marktkirche in Wiesbaden

P1010073Pfarrer Myers eröffnet mit markigen Worten im ihm eigenen amerikanischen Akzent die Lesung von Krimiautorin Kerstin Hamann im kerzenbeleuchteten Gewölbe „seiner“ Marktkirche in Wiesbaden, stellt die Autorin vor und berichtet, dass dieses Gebäude ein Tatort im Kriminalroman „Windige Geschäfte“ sei, das Kerstin Hamann eingehend im Rahmen ihrer Recherchen zu dem Buch besichtigt habe. Später, zum Schluss der Lesung, tönt es dann aus dem Mund des fiktiven Pfarrers dieser Kirche, sein Name im Krimi ist Meier: „Heilige Scheiße!“ Allerdings ohne amerikanischen Akzent. Ausgiebiges lautes Lachen des gesamten versammelten Auditoriums.
Aber der Reihe nach. Nach der Einführung von Pfarrer Meyers – oder ist es doch etwa Meier – erklärt die Autorin kurz, worum es im 3. Fall ihres Wiesbadener Ermittlerteams geht: um lokale Politik, um Pro und Contra Windkraft besonders wegen der möglichen Verschandlung der Landschaft im nahegelegenen Taunus, einhergehend mit Mord und anderen Straftaten*. Es folgt die Lesung in kurzen Sequenzen, immer wieder unterbrochen von kleinen Zwischenspielen am Klavier. Am Klavier meist die eine, aber auch eine zweite Tochter der Autorin. Im Laufe der Lesung wird es immer dramatischer und das Klavier passt sich an. Die Anschläge – am Klavier – werden härter, es wird laut, unvermittelt, Zuhörer werden erschreckt – es erinnert an Stummfilme mit Klavierbegleitung, nur dass hier statt des Films gelesen wird. Ein genialer Einfall, den Abend auf diese Weise zu gestalten, und vorzüglich durchgeführt!
Nach dem – gelesenen – Ruf „Heilige Scheiße!“ am Ende großer Applaus für die Performance. Nun muss sich erweisen, dass die gesamte Story gleichermaßen begeistert wie der Abend im Gewölbe der neugotischen Marktkirche.

Hier die Besprechung: Windige Geschäfte

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* Das Thema ist zur Zeit aktuell in Wiesbaden und Umgebung, allerdings ging es bisher ohne Mord ab. Ob andere Straftaten im Zusammenhang mit der Verhinderung bzw. der Durchsetzung eines Windparks auf dem Taunuskamm begangen wurden, ist mir nicht bekannt, auszuschließen sind sie nicht.

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2 Antworten zu Krimilesung von Autorin Kerstin Hamann am „Tatort“, dem Gewölbekeller unter der Marktkirche in Wiesbaden

  1. birtheslesezeit schreibt:

    Das hört sich nach einer wirklich gelungenen Lesung in einer tollen Atmosphäre an… Ich kenne von K. Hamann „Innere Werte“ – ebenfalls ein sehr aktuelles Thema und absolut gelungen! Bin schon gespannt auf den versprochenen Bericht zu „Windige Geschäfte“. Liebe Grüße

  2. Pingback: Kerstin Hamann: Windige Geschäfte | KrimiLese

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