Krimiautorin Elisabeth Florin erzählt und liest

P1010001Es ist ein Erlebnis zu hören, wie eine Autorin über ihr Personal denkt, es charakterisiert und bewertet. Das ist mir aufgefallen, als Elisabeth Florin aus dem Erstling „Commissario Pavarotti trifft keinen Ton“ las. Dabei trug sie nicht nur interessante Passagen aus ihrem Kriminalroman vor. Wie bei solchen Lesungen üblich, führte die Autorin zunächst in das Werk ein, erläuterte das Umfeld der Story und stellte nach und nach den wichtigsten Teil des darin agierenden Personals vor. Dabei erfuhren die Zuhörer, mit welcher Hingabe und Aufwand Elisabeth Florin ihre Protagonisten gestaltet hat. Chararktere, die ihr im Laufe der Zeit ans Herz wuchsen, zu denen sie Beziehungen aufgebaue – fast wie im richtigen Leben. Diese Lebendigkeit der Personen habe ich beim Lesen auch empfunden, allerdings nicht immer so, wie sie in den Augen der Autorin leben.

So stellt sie die ewig schnabbelnde Lissie von Spiegel als wichtige Kommunikationskraft zwischen Commissario Pavarotti und der Meraner Bevölkerung dar, die sich dem Commissario dadurch auszeichnet, dass sie nichts sagt. Lissie hingegen gelingt es auf ihre Weise, den Meranern so manche Aussage und Geheimnisse zu entlocken. Diese deutschstämmigen Bewohner Südtirols zu bewegen, ihr anzuvertrauen, was sie keinem Vertreter der italienischen Obrigkeit – wie das ein Commissario ist – sagen würden, um ihm bei der Klärung des Falles  zu helfen. Es ist eine sehr positive Sichtweise der Person „Lissie“, die ich – vermutlich aus dem gleichen Blickwinkel, den zunächst Pavarotti hatte – als „Tussi“ kategorisiert hatte.

Muss ich jetzt mein Bild von Lissie korrigieren? Nein, ich werde es vorerst nicht tun und werde den Folgeband mit Kommissar und seiner Unterstützung abwarten, aus dem Elisabeth Florin die ersten Seiten vorstellte. Auch der Rahmen des neuen Buches wurde kurz von ihr dargestellt. Und wenn der neue „Pavarotti“ tatsächlich im Herbst erscheinen sollte, werde ich Charakter und Auftreten von Lissie genau unter die Lupe nehmen und dann möglicherweise mein Bild über sie korrigieren.

Es war ein interessanter Abend mit einer angenehm parlierenden und lesenden Autorin, die nach der offiziellen „Performance“ noch viel Zeit fand, sich mit den Leserinnen und Lesern ihres Kriminalromans über Lissie, Pavarotti und Co bei einem Glas Wein zu unterhalten.

Ein gelungener Abend, veranstaltet vom Zentrum Alte Kirche in Niedernhausen und der Buchhandlung Sommer, Niedernhausen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Notizen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Krimiautorin Elisabeth Florin erzählt und liest

  1. Pingback: Der Blick in andere Blogs am 23. März 2014 | krimizeitschrift.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s