Richard Hagen: Bluthatz

P1000974-002In einem Kellergewölbe des bekannten Klosters Eberbach im Rheingau oberhalb der kleinen Stadt Eltville wird eine Mensch verbrannt. Der Tote, ein hoher Beamter aus dem Rathaus der Stadt, wurde zunächst gefoltert, danach auf einen Scheiterhaufen geworfen, auf dem er verbrannte und starb. Staatsanwältin Jäger und KHK Gebert begeben sich auf die Suche nach dem Motiv und Täter.

Feinde hatte der Amtsleiter reichlich, die Art des Mordens erscheint den beiden Ermittlern ungewöhnlich. Es hätte eine Beziehungstat sein können, aber diese Möglichkeit scheidet schnell aus. Ein sadistischer Psychopath oder ein Soziopath? Als ein weiteres Mitglied der Eltviller Stadtverwaltung ebenfalls Opfer von Flammen wird, dazu noch das eine oder andere Ereignis in eine ganz andere Richtung führt, wird die Jägerin von ihrem Bauchgefühl geleitet und Gebert begleitet sie. Großen Gefahren gehen sie entgegen, ihre berufliche Existenz und auch ihr Leben steht auf dem Spiel, aber sie sind Willens und stark genug, sich zu wehren.

Dabei kommen sie dem ganz großen Ding auf die Spur – und die beiden verwitweten Ermittler sich persönlich sehr nahe.

Dass im beschaulichen Rheingau so etwas passierten könnte…….. Nein, ich will es nicht glauben. Sollen die Leute dort weiter – oder wieder – in Frieden leben und Wein anbauen, herstellen und genießen.

Das Szenario, das Richard Hagen in Blutzhatz beschreibt, die Story, die er daraus macht, erscheint auf den ersten Blick unwirklich und unvorstellbar.  Die Geschichte gewinnt dabei nach vielen Irrwegen bei Motiv- und Tätersuche sowie einigen Belanglosigkeiten nach 2/3 des Buches so an Fahrt und Spannung, dass dieses letzte Drittel einen großen, geschickt arrangierten Showdown darstellt.

Und wer daran Anstoß nimmt, dass die Staatsanwältin in diesem Roman nahezu ausschließlich reine Polizeiarbeit leistet, dem sei gesagt: Es ist Fiktion, die hier erzählt wird. So sagte der Autor neulich, zwar in einem anderen Zusammenhang, dennoch hier zutreffend: „Auch wenn gut recherchiert, darf Fiktion immer ein wenig flexibler bleiben als ein Sachbuch.“

Und vielleicht ist dieser Fall an sich und so doch vorstellbar!

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Erschienen 2013, als TB 2014

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