Gary Dexter: Der Marodeur von Oxford

Exif_JPEG_PICTUREDer Marodeur von Oxford und die anderen Geheimnisse aus dem Fallbuch von Henry St. Liver sind sämtlich amüsante Kriminalgeschichten mit leichtem bis deftigem erotischen Hauch, die es Spaß macht zu lesen, und die den Eindruck erwecken, dass es nicht nur dem britischen Autor Gary Dexter ein Vergnügen bereitete, diese Geschichten zu schreiben, sondern auch dem Herausgeber dieses Bandes in der Reihe Penser Pulp, Thomas Wörtche, sowie  der Übersetzerin Zoë Beck sich mit diesem Werk zu beschäftigen.

Im Klappentext mit den Worten beschrieben

„London, 1892. Henry St. Liver und Olive Salter haben mit jeder Menge mysteriöser Ereignisse und beunruhigender Vorfälle zu tun: Exhibitionistische Adlige, diebische Nonnen, verschwundene Ritualgegenstände, marodierende Wesen unklarer Spezies und reichlich seltsame Gourmets bevölkern eine rätselhafte Welt, gegen die sich die simplen Verbrecherjagden der Kollegen Sherlock Holmes und Dr. Watson durchsichtig und eindimensional ausnehmen …“,

läßt Gary Dexter die „Fälle“ des Dr. Henry St. Liver von Watson-Pendant Miss Olive Salter, einer Schnabbel-Tante, in der Sprache der viktorianischen Zeit erzählen. Besonders aber glänzen die Geschichten durch die abenteuerliche Art, mit welchen Kenntnissen der Sexualwissenschaft Henry St. Liver die Lösungen präsentiert.

Es handelt sich nicht um spektakuläre Verbrechen, die in um um London verübt werden und für deren Lösung der Fälle der Mediziner und Sexualwissenschaftler von der Polizei, Betroffenen und von den „Verbrechern“ herangezogen wird. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Klärung des „Wieso und Warum“ sich Individuen so anders verhalten, besonders im Bereich der Sexualität sowie der Beschreibung dieser sexuellen „Anomalien“ der Deliquenten.

Gespickt ist dieses Buch mit Begriffen, die es auch für Mitglieder des heutigen Bildungsbürgertums oder erfahrenen Kreuzworträtsel-Lösern unerlässlich machen, den 24bändigen Brockhaus oder zumindest Wikipedia zur Verfügung zu haben, um all die außerordentlichen Begriffe, zumeist und speziell aus dem sexualwissenschaftlichen Bereich, verstehen zu können. BRAVO-Wissen aus der Zeit des Dr. Sommers reicht bei Weitem nicht zum Verständnis.

Auch wenn Dexters Erzählweise der des Arthur Conan Doyle in „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“ ähnelt – und auch deshalb das Lesen einen besonderen Reiz bereitet – sind die Geschichten doch ganz anders als die „Abenteuer“ – aber mindestens genau so lesenswert.

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Penser Pulp, eine ungewöhnliche, beachtenswerte Reihe, herausgegeben von Thomas Wörtche, erscheint bei Diaphanes

Originaltitel: The Oxford Despoiler, UK 2008, dt. 2013 (Übersetzung: Zoë Beck)
 
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Eine Antwort zu Gary Dexter: Der Marodeur von Oxford

  1. karu02 schreibt:

    Noch ein „guter Dexter“, der Name scheint verpflichtend.

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