Ursula Poznanski: Blinde Vögel

Exif_JPEG_PICTUREZunächst sieht es so aus, als läge das Motiv für die Morde in den Tiefen der virtuellen Welt der Social Networks, in dem die Toten gepostet, kommentiert und gechattet haben. Zwei junge Leute, beide eines unnatürlichen Todes gestorben, werden in der Nähe eines Salzburger Camingplatzes gefunden. Die einzige Verbindung zueinander bestand darin, dass sie beide Mitglied einer Facebook-Gruppe waren, einer Lyrik-Gruppe. Doch bald erkennt Bea(trice), dass der wahre Grund* an anderer Stelle zu finden ist: im realen Leben. Trotzdem begibt sie zunächst in die Facebook-Welt, erstellt einen Account unter falschen Namen und mischt kräftig mit in der Lyrik-Gruppe – unter anderem mit einem Gedicht über “Blinde Vögel”. Wie die Ermittlerin der Salzburger Mordkommission mit ihrem Kollegen Florin und anderen Helfern des Kommissariats dem wahren Grund für diese Todesfälle langsam aber ständig näher kommt, das erzeugt nahezu permanente Spannung . Zudem führt Inge Poznanski die Leser fast immer dicht am roten Faden der Ermittlung entlang. Die nur kurzen Passagen über das Privatleben von Bea und Florin lenken die Aufmerksamkeit beim Lesen nicht vom Weg ab, der zu einem furiosen und feurigen Finale führt. Während im ersten Fall  des Ermittler-Duos Fünf noch ausführlich deren Privatleben ausgeleuchtet wurde, ist dieser zweite Fall von dem ablenkenden Beiwerk weitgehend befreit. Und das tut der Story , die es immerhin auf 476 Seiten bringt, gut. Auch in diesem Fall gerät Bea wieder in große Gefahr, nur jetzt in einem anderen Element.

* Der wahre Grund: Der liegt zwei Jahrzehnte zurück. Ähnliche Fälle haben uns damals und bis in die letzte Zeit bestürzt und fassungslos gemacht, weil wir nicht verstanden haben, wie es zu solchen Ungeheuerlichkeiten kommen konnte, und weil wir nicht verstehen wollen, warum noch bis heute derartige Taten ungesühnt geblieben sind.

Mehr sage ich dazu nicht, denn dieser packende Kriminalroman sollte ohne weitere inhaltliche Kenntnisse erlesen werden.

Auch zum zweiten Mal ist es Ursula Poznanski gelungen, eine nicht alltägliche Fiktion zu entwickeln und äußerst lebendig zu erzählen. Dazu der Autorin einen “Herzlichen Glückwunsch”!

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Erschienen: Deutschland 2013

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 18.07.2013 auf http://philipp1112.wordpress.com

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