Über das „gleichmäßige Dreieck“ in der deutschen Krimi-Literatur und das Telefon, das vom Himmel fällt

In einem demnächst erscheinenden Krimi einer deutschen Autorin erinnert sich die Hauptperson in einer einsamen Hütte in Mittelschweden wie ihr Vater vor vielen Jahren rundes Knäckebrot „mit konzentrierter Miene behutsam in gleichmäßige Dreiecke zerteilte“.

Gleichmäßige Dreiecke! Google das mal, wenn Du nicht mehr weißt wie das ist mit den Dreiecken.

Im mathematischen Sinne können sie gleichschenklig oder gleichseitig sein, nie jedoch gleichmäßig. Und im wirklichen Leben? Da kenne ich gleiche Dreiecke. Mag sein, dass die Schnitte im Knäckebrot gleichmäßig waren. Ich behaupte: Gleichmäßige Dreiecke gibt es nicht!

Ist ja auch egal. Nenn’ mich Besserwisser, Klugscheißer!

Aber da habe ich das noch gelesen:

Die Frau, Tochter des Mannes, der aus rundem Knäckebrot ominöse gleichmäßige Dreiecke schneiden konnte, ist in diese Hütte nach einem tragischen Ereignis geflüchtet, einer Hütte ohne Telefonanschluss, hat ihr Handy bei einer lieben Verwandten in der Kommodenschublade liegengelassen. Um telefonisch Kontakt zu bekommen, fährt sie kilometerweit zur nächsten Tankstelle fahren  und wer sie erreichen wollte, der müßte in eben dieser Tankstelle anrufen und der Pächter würde dann nach Feierabend zu ihr rausfahren und ihr die Nachricht überbringen oder einen Zettel mit der Nachricht an die Tür klemmen. Ist so in dem Buch zu lesen!

Was passiert 70 Seiten weiter? Du wirst es ahnen. Ein alter Bekannter bekommt ihre Telefonnummer und ruft bei der Frau ohne Handy  in der Hütte ohne Telefon an!

So ein Mist! Hab’ schon zum dritten Mal bis Seite 76 (Telefonanruf des Bekannten) gelesen, wieder nichts gefunden, das darauf schließen läßt, das ein Telefon vom Himmel gefallen oder auf andere Weise in die Hütte gelangt ist. Ich kann mich gar nicht mehr auf die Handlung konzentrieren.

Nachtrag: Aber dann doch die Erklärung, etwa 30 Seiten weiter, in einem kurzen Nebensatz.  Sie hatte sich einige Tage zuvor ein Handy gekauft.

Das hätte die Autorin ihren Lesern einfacher machen können!

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Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht am 02.05.2013 auf http://philipp1112.wordpress.com

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Eine Antwort zu Über das „gleichmäßige Dreieck“ in der deutschen Krimi-Literatur und das Telefon, das vom Himmel fällt

  1. Tina schreibt:

    ….dieser Kommentar ist köstlich!! Solche Kleinigkeiten können mich beim Lesen auch total ablenken und so verwirren/verärgern, dass mir die Lust zum Weiterlesen vergeht!
    In dem Buch „Pfefferkuchenhaus“, das ich kürzlich las, wimmelte es vor solchen Ungereimtheiten.Immer wieder mußte ich zurückblättern, um zu schauen, ob ich etwas überlesen habe. Das macht einfach keinen Spass.

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