Tom Hillenbrand: Letzte Ernte

Exif_JPEG_PICTUREXavier Kieffer bringt sich und seine Freundin in Gefahr! Dem Luxemburger Koch und seiner tollen Freundin Valérie, Herausgeberin des führenden Restaurantführers Gabin und Eigentümerin des gleichnamigen Verlags, steckt ein offensichtlich verstörter Mann ein Schlüsselbund mit anhängender Magnetkarte zu. Und dieser kleine Datenträger hat es in sich. Der ehemalige Besitzer der Karte wird am nächsten Tag tot unter einer hohen Brücke, von der immer mal wieder Leute herunterspringen, um sich das Leben zu nehmen, tot aufgefunden. Er war vermutlich verfolgt worden und die Verfolger wollen nun von Valérie die Magnetkarte zurück. Die taffe Französin spielt allerdings ein törichtes Spiel, tauscht die Karte aus, lässt sich die falsche rauben. Freund Xavier kennt indessen Inhalte der Magnetkarte und recherchiert mit diesem Wissen in Frankreich, der Schweiz und Luxemburg. Was er nicht weiß: Die „Bösen“ wollen die Karte und den Koch kaltstellen. Die Karte beinhaltet den Zugang zu Ungeheuerlichem.

Wie bei seinem letzten Abenteuer in „Rotes Gold“ muss Xavier Kieffer auch dieses Mal wieder gegen einen ungleichen Gegner kämpfen. Dazu ist es nicht des Kochs Terrain – die Küche – auf dem gekämpft wird. Tom Hillenbrand schickt seinen Protagonisten in die Welt der Hedgefonds, der Rohstoffbörse, der Manipulation der Getreidepreise durch Hochfrequenzhandel. Der Tote, ein Mathematikgenie, war auf dem Weg, in diesem Geschäft die „Wahrheit“ mit Hilfe komplizierter Algorithmen zu entwickeln: Den Markov-Prozess für eine verlässliche Vorhersage der Kursentwicklungen. Was er damit vorhatte, gefiel seinen Auftraggebern offensichtlich nicht. Kieffer versteht zwar nicht die komplizierten Sachverhalte, aber er erkennt die Motive der verschiedenen Parteien.

So klärt sich die Geschichte auf, Xavier und Valérie können ihr Leben zwischen französischem Foie Gras und luxemburgischer Bouneschlupp wieder genießen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann………….

Ein schönes Märchen, modern als Krimi verpackt, erzählt vom Autor Tom Hillenbrand. Spaß und Spannung passt selten so gut in einem Krimi zusammen wie in „Letzte Ernte“. In diesem dritten Kriminalroman mit Xavier Kieffer geht es nicht so sehr um die vom ermittelnden Koch bevorzugte luxemburgische Küche, nicht um Sterneküchen und deren Köche wie in den beiden Bänden zuvor.

Oder doch? Jedenfalls gibt es quasi als feines Dessert im letzten Kapitel die persiflagenartige Beschreibung einer Fernseh-Kochshow „Duell der Sterne“, in denen die Art, wie eine derartige Show abläuft, und die Allüren der teilnehmenden Sterneköche auf das Feinste und mit köstlichem Humor dargestellt werden.

Ein herrlicher Krimi, ob es ein “kulinarischer Krimi” ist, wie ihn der Verlag den Lesern verkaufen will, sei dahin gestellt – trotz der Ausflüge in Kieffers “Deux Eglises” und seinem “De Roude Léiw”, der Gromperekicheler- Braterei auf der luxemburgerischen Kirmes, in der die Geschichte mit der Magnetkarte anfing.

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Erschienen: Deutschland 2013

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 02.07.2013 auf http://philipp1112.wordpress.com

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3 Antworten zu Tom Hillenbrand: Letzte Ernte

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