Nele Neuhaus: Böser Wolf

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Zu den perfidesten Verbrechen gehört das sexuelle Misshandeln von Kindern. Darüber einen Krimi zu schreiben, mag verlockend sein, ein leichtes Thema ist es nicht.

Nele Neuhaus hat in Böser Wolf dieses Verbrechen zum zentralen Thema ihres neuesten Kriminalromans gemacht. Sorgfältige Recherchen der Autorin sind dem Schreiben vorausgegangen und so ist ein berührendes und bedrückendes, dennoch spannendes Buch entstanden.

Böser Wolf ist im Herbst letzten Jahres mit großen Promotion-Aufwand erschienen. Vorstellung des Buches auf der Frankfurter Buchmesse mit Autorin, Nele im Radio, Neuhaus-Interviews in der Presse. Rezensionen überall. Der ehemaligen Schriftstellerin regionaler Taunuskrimis gelingt mit Böser Wolf der Schritt auf die große (Kriminal-)Literaturbühne. Und das zu Recht.

In diesem Buch wird deutlich, mit welcher Brutalität Kindesmissbrauch stattfindet, welches Leid die Opfer erfahren und dieses Leid ihr weiteres Leben prägt. Dass diese Verbrechen durchaus in unserer Umgebung und unabhängig vom sozialen Status der Täter verübt werden können, wird in diesem Roman geschildert. Dabei bezieht Nele Neuhaus ihre Erkenntnisse aus dem Umkreis der Opfer. Und als Leser, der fernab dieser Romanwelt lebt, erweckt die Story bei mir den Anschein großer Authentizität.

Nele Neuhaus erzählt geradlinig die Geschichte. Ohne falsche Fährten zu legen, führt sie ihre Leser in die scheinheilige heile Welt etablierter, angesehener Bürger, die sich auf niederträchtigste Weise an Kindern vergehen, außerhalb jeglicher moralischer Werte und Verantwortung. Täter, die auch nicht vor anderen Verbrechen bis hin zum Mord zurückschrecken, um ihre perfides Verhalten geheim zu halten. Das schon in mehreren Kriminalromanen Gespann Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein und deren Kollegen sind mit ihren Ermittlungen das Verbindungsstück zwischen den einzelnen Szenarien dieser ach so bösen guten Welt.

Ein Kriminalroman als gelungene Symbiose von spannender Unterhaltung und einem fiktiven Bericht über das scheußlichste Verbrechen an Kindern.

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Erschienen: Deutschland 2012

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 26.01.2013 auf http://philipp1112.wordpress.com

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