Melanie McGrath: Zeichen im Schnee

Exif_JPEG_PICTUREArktis-Jägerin Edie Kiglatuk bewegt sich dieses Mal nicht Im Eis (Melanie Mc Graths erstem Krimi) der kanadischen Hocharktis, sondern in Alaska – allerdings auch auf glattem aber ungewohnten Eis zwischen Anchorage und Nome. Während ihr Exmann Sammy beim Iditarod, dem längsten, härtesten Hunderennen, startet, wird Edie durch den Fund einer tiefgefrorenen Babyleiche von ihrer eigentlichen Aufgabe abgehalten. Sie und ihr Freund, der Polizist Derek Palliser, war mit Sammy und dem Schlittengespann mitgereist, um dem Rennteilnehmer in schwierigen Situationen zu unterstützen, in die ein Schlittenführer bei diesem Rennen geraten kann. Doch nach dem grausamen Fund geht Edie auf die Jagd nach denen, die das Baby in einem kultartigen Miniaturhaus im Wald in der Umgebung der Altgläubigen bei Anchorage abgelegt haben.

Dieser Fund passt so gar nicht in das Wahlkampfkonzept des Bürgermeisters von Anchorage, der als Herausforderer für das Amt des Gouverneurs von Alaska kandidiert. Er will den Fund unter die Decke kehren und glücklicherweise wird ein Schuldiger unter den Altgläubigen schnell gefunden. Gut, dass der Täter nicht aus dem Bereich noch größerer Sektierer der Finstergläubigen, kommt. Eíner Gruppierung von Satanisten, die vom Hörensagen bekannt ist, von der man gar nicht weiß, ob sie überhaupt existiert. Die politischen Gegner unter den Medien unterstellen dieser Gruppe, für den Tod des Babys verantwortlich zu sein. Zudem werfen sie dem Bürgermeister vor, er hätte nicht genug gegen die Finstergläubigen unternommen. Übliche Machenschaften im Wahlkampf.

Während Edie, die noch ein mit dem Babytod in Verbindung stehendes Trauma zu verarbeiten hat, nicht an die Tat irgendwelcher Sektierer glaubt und ihre Recherchen betreibt, versuchen amtliche Stellen und wohl auch einige einflussreichen Alaskaner, Edie von ihren Ermittlungen durch üble Machenschaften abzubringen.

Mit Hilfe ihres Freundes Derek, einem Polizisten aus dem hohen Norden und dessen Freund, kommt die Jägerin auf die wahren Hintergründe für diese und andere Verbrechen. Sie gerät dabei in höchste Gefahren, aber am Schluss sind die Bösen erledigt und der Drahtzieher hinter Gitter – wie es sich für einen guten Krimi gehört.

Melanie McGrath schildert auch in diesem Krimi wieder auf köstliche Art die Denkweise der Arktis-Jägerin und Inuit Edie. Vergleiche, die Edie anstellt, und Handlungsweisen stammen aus ihrem naturverbundenen Leben- und Erfahrungsschatz. Das wurde vermutlich von der Autorin gut recherchiert, zudem erfahren die Leser die Geschichte des Iditarods und die der russisch-orthodoxen Altgläubigen, die sich danach sehnen, in Frieden mit ihrer Umgebung leben zu können. Das sind die interessanten Aspekte des Krimis, dessen Story recht konstruiert wirkt. So bleibt „Im Eis“ zunächst ein einmaliger und unübertroffener Kriminalroman von Melanie McGrath.

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Originaltitel: The Boy in the Snow, UK 2012, dt. 2013 (Übersetzung: Margarete Längsfeld und Sabine Maier-Längsfeld)

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 08.09.2013 auf http://philipp1112.wordpress.com

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