Wolf Schreiner: Beichtgeheimnis – Ein Krimi aus dem Bayrischen Wald

Ein bißchen zu dünner Jörg-Maurer-Humor des Autors, ein wenig abgespeckte Bulle-von-Tölz-Attitüde des Protagonisten mit dem katholischen Pfarrer Baltasar Senner, mehrere Tote Großkopfeten der kleinen Gemeinde, fast schon fertig ist der Krimi aus bayrischen Landen, in diesem Fall aus dessen Wald nördlich von Passau, östlich Regensburg.

Pfarrer Senner liebt nicht nur gutes Essen und Heavy Metal, er ist zudem ein Weihwasserfetischist, -schnüffler,-importeur und -dealer. Sein größter Wunsch ist – neben gutem Essen und einem deftigen Weihrauchrausch, der örtlichen Jugend ein Heim zu geben.

Da platzt in das idyllische Leben der erste Todesfall hinein und zudem noch eine Unbekannte in den Beichtstuhl, die in ihrer Beichte androht, einen ehrenwerten Bürger des Dorfes zu morden. Wegen des Beichtgeheimnisses versucht der Pfarrer im Ort vorsichtig zu erfahren, was denn zu Mordgelüsten am Sparkassendirektor geführt haben könnte, da verunglückt jener auch schon mit dem Fahrrad – und er überlebt den Unfall nicht. Während Senner ermittlungstechnisch im Dunkeln tappt, die Unbekannte per Beichte weitere Todesfälle ankündigt, geht der Traum vom Jugendtreff jäh zu Ende – Kungelei und Filz spielen eine Rolle, besonders aber gewinnlerische Interessen eben jener Großkopfeten, deren Leben inzwischen abrupt endete oder in Kürze ausgelöscht sein könnte. Während ebendiese Personen das Zeitliche segnen, erkennt der Pfarrer ehemals gut funktionierende Netzwerk der Verblichenen und deren dunkle Vergangenheit dieser doch nicht so ehrenwerten Gesellschaft.

Außer einigen Schimpfwörter und speziellen Idiomen der Gegend bietet der Krimi wenig, was spezifisch ist für den Bayrischen Wald, und so wäre ein Subgenre-Bezeichnung “Pfarrerkrimi” – wenn es denn diese gäbe – zutreffender.

So bleibt es bei einem mäßig spannendem Krimi, geschrieben in einem simplen, langweiligen Stil.

Zu allem Überfluß hat der Verlag bereits einen zweiten Krimi des Autor angekündigt – der kann ja nur besser werden.

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Erschienen: Deutschland 2012

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 16.07.2012 auf http://philipp1112.wordpress.com

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