Rainer Löffler: Blutsommer

Ein Serienmörder, der von Ermittlern, Medien und Bevölkerung als Metzger bezeichnet wird!

Der Metzger nennt sich selbst“Herr der Puppen“ – basierend auf Erlebnissen aus der Kindheit.

Abwechselnd killt er Frauen und Männer, teilt die Leichen in einige Stücke, bestimmte Innereien fehlen den Toten.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Auf der anderen Seite das Kölner Kommissariat mit dessen Leiter Konrad Greiner, der bisher nie Rat bei der Lösung von Mordfällen benötigte, „der personifizierte Erfolg“, wie er in Fachkreisen genannt wird. Doch bei der Identifizierung des Serienmörders versagt das Ermittler-Urgestein, der die Fallanalyse in der Kriminalistik als suspekt ansieht und diese Ansicht auch bewusst lebt.

Als letzten Ausweg, um die Mordserie des Metzgers aufzuklären, fordert er den besten Fallanalytiker Deutschlands vom LKA Stuttgart an. Das ist Martin Abel, ein verkorkster, exzentrischer Sturkopf – allerdings auch mit der höchsten Aufklärungsquote. Im Schlepptau Hannah Christ, die er auf Anweisung seines Vorgesetzten in die Methoden der Fallanalyse einarbeiten soll. Widerwillig muss er sich dazu bereit erklären. So fährt das Paar von Stuttgart nach Köln, wo sie auf Greiner stoßen, der ihre Arbeit auf Grund seiner Vorurteile nicht achtet. Ein vertracktes Beziehungsgeflecht zeichnet dieses Dreigespann aus.

Doch per Fallanalyse und den zuweilen seltsamen Methoden und Aktionen von Martin Abel kommen die Ermittler dem Metzger näher, verdammt nahe – zu nahe. Der Metzger ist kein dummer Junge. Zwar hat Abel das bereits erkannt, wird aber dennoch von einigen Schachzügen des Killers überrascht.

Rainer Löffler beschreibt einen spannenden Wettlauf zwischen Metzger und Fallanalytiker, der nur behindert wird aus den Reihen des Kölner Kommissariats andererseits aber Unterstützung findet von Greenhorn Hannah Christ. Auch wenn vieles im Laufe der Ermittlung wenig glaubwürdig erscheint – insbesondere Verhaltensweisen der Ermittler -, so werden diese Schwächen des Thrillers überdeckt von der Beschreibung des Traumas des Metzgers/Herrn der Puppen, dessen Vorgehen und andererseits der Näherung der Lösung der Mordfälle durch die Überlegungen des Fallanalytikers sowie das „Menscheln“ der Ermittler.

Dieses Debut Löfflers in Genre Krimi/Thriller hebt sich hervor aus der Masse deutscher Kriminalromane, es ist  spannend, streckenweise auch recht blutig.

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Erschienen: Deutschland 2012

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 08.07.2012 auf http://philipp1112.wordpress.com

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