Mike Nicol: payback

Mike Nicol – “Der neue Star des südafrikanischen Krimis” nennt ihn Altstar Deon Meyer.

Und so ist es. „Skop, skiet en donder“, im südafrikanischen Slang die Beschreibung für Actionfilme, trifft auf diesen Thriller bestens zu. Aber es ist nicht nur “action”, die hier beschrieben wird, es ist der Kampf unterschiedlicher Interessen einige Jahre nach den ersten freien Wahlen im Lande über die Nicol hier berichtet:

Zwei ehemalige Waffendealer, Mace und Pylon, haben sich „resozialisiert“, nachdem sie jahrelang Waffen für die Befreiungsbewegung geschmuggelt haben. Sie führen inzwischen eine Security-Firma, die reiche amerikanische Touristen in Südafrika betreut, leben ein bürgerliches Leben, haben noch etwas Geld auf den Caymans liegen, streben nach Ansehen und Wohlstand.

Doch die Vergangenheit holt sie ein, in Form der Anwältin einer militant geprägten Gruppe „People Against Gangsterism and Drugs“, abgekürzt PAGAD. Nicol bezieht die damals real existierende Gruppe in seine Story ein. Diese unternahm von 1996-2002 immer wieder Bombenanschläge auf Bandenführer, Nachtclubs und andere Einrichtungen, um jene in ihren Aktivitäten, u.a. auch Drogenhandel, zu stoppen. Mace und Pylon müssen – um eine alte Schuld zu begleichen – eine Disco beschützen, die ins Visier der PAGAD geraten ist.

Gewalt,  Spannungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppe – auch zwischen Schwarz und Schwarz – die riesigen Unterschiede zwischen Arm und Reich (zu den Reichen gehören auch die Gewinnler aus alten Zeiten der Unterdrückung und Befreiung) führen zu Mord und Raub. Das alles passiert in diesem Buch. Und eine der  Schlüsselfiguren in diesem Spiel ist die Anwältin, Sheemina February, die die Fäden zieht, die den beiden Ex-Waffendealern schon einmal vor vielen Jahren begegnete – nur erinnern sich die beiden zunächst nicht mehr daran.

Payback ist ein Werk „in der die harmonischen Zukunftsträume der überhaupt nicht fried-fertigen Protagonisten Mace und Pylon zermahlen werden zwischen Rache und Gier, globaler Gewalt und lokaler Macht“, schrieb Tobias Gohlis in DIE ZEIT (6.1.2012) und er zählt Mike Nicol neben Deon Meyer und Malla Nunn zu den großen Autoren Südafrikas mit Weltformat.

So sehe ich es auch! Harter Tobak – lesenswert.

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Originaltitel: payback, Südafrika 2008, dt. 2011 (Übersetzung aus dem südafrikanischen Englisch: Mechthild Barth)

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 01.06.2012 auf http://philipp1112.wordpress.com

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