Volker Klüpfel/Michael Kobr: Schutzpatron

Ein großartiges Buch für die ständig wachsende Fangemeinde des Allgäuer Autorenduos oder für die Kluftinger Fans.

Kluftinger, dieser Kemptener Kommissar, konservative Kauz, grantiger Gestriger, Umstandskrämer , dem Allgäu verbundenen Ermittler in Mordfällen! Dessen Befindlichkeiten stehen im Mittelpunkt dieses neuen Falles.

Nebenbei verschwindet sein alter grauer VW Passat aus den frühen 80ern. Das beschäftigt ihn fast mehr als den Fall – einen Mord, der zunächst nicht aussieht wie ein Mord, und Indizien auf einen Raub in naher Zukunft.

Ein dürftiges Buch für Krimi-Fans, denn der Fall wird nur als Nebensache behandelt, da – siehe oben – Kluftingers Befindlichkeiten den meisten Raum auf den knapp 400 Seiten einnehmen.

Der Kriminalfall an sich ist eine ganz passable Story (das Drumherum ist störend):

Ein wiederentdeckter uralter Burgschatz von unermesslichem Wert soll in der Nähe seines Fundortes in einem Museum ausgestellt werden. Der „Schutzpatron“, ein Krimineller mit großen Potenzial, schart eine Gruppe von „Experten“ um sich, um den Schatz zu erbeuten. Kluftinger stößt auf den Plan, als im Zusammenhang mit den Vorbereitungen der Truppe eine alte Frau stirbt.

Dabei werden die Vorbereitungen entdeckt, wie die Sicherheitssysteme im Museum überlistet werden sollen. Kluftinger kann jedoch zunächst trotz aller Bemühungen nicht verhindern, dass der Schatz verschwindet. Zunächst!

Und zum Schluss taucht auch noch der alte Passat wieder auf – an ungewöhnlicher Stelle, aber doch als logische Konsequenz des Handelns seines Besitzers. Das wird besonders die (Lese-)Freunde Kluftingers erfreuen, die bei der Verfilmung von „Erntedank“ monierten, das nicht das richtige Modell des Passats Mitwirkender war. Den Requisiteur der Verfilmungen hätte sicherlich das Verschwinden gefreut. Musste er doch für die derzeit laufende Verfilmung von „Milchgeld“ bundesweit nach einem authentischen Auto des richtigen Baujahrs suchen. Nun, er hat es geschafft. „Milchgeld“ wird uns bald im Fernsehen mit dem richtigen Requisit zu sehen sein. Und das scheint wohl wichtiger zu sein, als der Krimi selbst. Wie auch beim „Schutzpatron“.

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 16.11.2011 auf http://philipp1112.wordpress.com

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