Nele Neuhaus: Wer Wind sät

Ein übles Interessengemenge, lokal wie global!

Es geht vordergründig um die Frage Windpark im Taunus, Ja oder Nein.
Es geht um Klimaschutz und Klimaforschung. Klimaskeptiker unterstellen Klimaforschern und -schützern Eigennutz.
Es geht aber auch um Liebe, enttäuschte Liebe, Rache und Hass.


Nach einem Prolog mit großer Spannung und Gewalt, kommt zunächst an seinem Arbeitsplatz der Nachtwächter einer Firma ums Leben, die Windparks konzipiert und baut. Es war Mord. Pia, Cem und von Bodenstein, beider Chef vom K11 in Hofheim, beginnen die Ermittlungen, während ein angesehenes Mitglied der Bürgerinitiative, die gegen den geplanten Windpark im Taunus kämpft, auf üble Weise mit einer Schrotflinte hingerichtet wird.
Die Interessen der Windparkbefürworter, seien es politische oder wirtschaftliche, stehen in krassem Widerspruch zu den hehren Zielen der Bürgerinitiative. Ein klare Sache, so scheint es zunächst, wenn da nicht einige ihr eigenes Süppchen kochten. Bestechung, Fälschung von Daten auf der einen Seite. Sturheit, Rache, Hass, Eigennutz und Korrupierbarkeit auf der anderen. Dazu eine Person, die Name und Vergangenheit nicht preisgeben will.
Das ist der Stoff, aus dem der Krimi von Nele Neuhaus ist – zunächst. Doch dann kommt noch die andere Komponente ins Spiel. Die der Klimaforschung und ihrer Player mit einem Netzwerk, der neben Wissenschaft und Forschung in hohem Maße Wirtschaft und Politik einschließt. Eine unselige Gemengelage, bei der die Klimaskeptiker üble Machenschaften erahnen.

Pia und von Bodenstein laufen auch in diesem Fall vielen falschen Spuren nach. Bodenstein wird jedoch scheinbar ins Abseits gestellt, da er vom Fall abgezogen und beurlaubt wird. Seine Familie hängt mit drin im Kampf gegen den Windpark, er jedoch noch viel tiefer als es ihm unterstellt wird. Beim großen Finale auf der lokalen Ebene geht es nochmals um Leben und Tod – auch bei Pia. Und hier lösen sich schließlich die Knoten, die Verknüpfungspunkte der Netzwerke werden erkannt. Die Bösen der lokalen Szene werden verhaftet. Global ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende, aber das ist nicht mehr die Aufgabe des Teams vom K11 im Taunusstädtchen Hofheim.

Ein spannender Fall, der hier erzählt wird. Allerdings macht es sich Nele Neuhaus etwas leicht. Gut und Böse sind klar abgegrenzt, auch wenn es zunächst nicht so erscheint. Eine differenzierte Darstellung ist nicht die Stärke der Autorin. Wohl aber die einfache Sprache, die es ermöglicht, die Story leicht zu verfolgen und schnell den Text durchratternd zu lesen.
Eine angenehme Kost mit interessanten Aspekten – lokal wie global.

Schließlich ist noch anzumerken: Das etwas “aufgemotzte” Taschenbuch („Klappbroschur“) kostet 14,99 €, rund 5 € mehr, als man für ein normales Taschenbuch derzeit bezahlen muß. Auf den Schnick-Schnack und den Mehrpreis sollte der Verlag verzichten.

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Deutschland 2011

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 14.01.2012 auf http://philipp1112.wordpress.com

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