Andrea Maria Schenkel: Tannöd

Was kann spannender, grausamer sein – Fakten oder Fiktion?

Andrea Maria Schenkels Erstling Tannöd (erschienen 2006) basiert auf einem Kriminalfall, der sich 1922 in der Nähe des bayrischen Ortes Schrobenhausen ereignet hat. Sechs Menschen wurden in einem einzelstehenden Gehöft einer der Axt erschlagen. Der Mehrfachmord wurde nie aufgeklärt. Die Fakten dazu bei Wikipedia und unter dem Namen des Einödhofes Hinterkaifeck .

Im Roman ereignet sich dieses Verbrechen an einem anderen Ort, dem fiktiven Tannöd, und 30 Jahre später. Berichtet wird die Geschichte aus der Sicht unmittelbar und mittelbar Beteiligter. Es ist ein schauriger Roman, der teilweise recht dicht an den Fakten erzählt wird. Dieses Genre des Kriminalromans, der auf einem realen Kriminalfall basiert, wurde von der Autorin mit diesem Werk wieder bekannt gemacht und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet (Deutscher Krimi-Preis, Friedrich-Glauser-Preis, Corine-Preis). Aufsehen hat Tannöd aber vor allem dadurch erregt, dass Plagiatsvorwürfe von Peter Leuschner erhoben wurden, der  bereits 1978 nach längeren Recherchen in bayrischen Archiven  diesen Fall literarisch bearbeitet hat. Der Plagiatsvorwurf wurde 2009 vom OLG München abgewiesen.

Aufgrund der Erzählweise aus den unterschiedlichen Perspektiven sowie der gelungenen unterschiedlichen Ausdrucksweisen der Beteiligten und Zeugen halte ich Tannöd für ein gelungenes Werk von Andrea Maria Schenkel.

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Deutschland 2006

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 04.04.2012 auf http://philipp1112.wordpress.com

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