Viveca Sten: Tödlicher Mittsommer

Kaum ist Kurt Wallander in Ystad abgetreten , erwartet uns mit „dem ersten Band der Sandhamn-Krimis mit Kriminalkommissar Thomas Andreasson und Juristin Nora Linde“ – so die Verlagsankündigung – der schwedischen Autorin Viveca Sten eine neue Reihe aufzuklärender Morde im Schärengarten vor Stockholm.

Wie der Kommissar an der anderen Ecke der Küste, so hat auch Kriminalkommissar Thomas Andreasson sein Päckchen zu tragen: Seine Ehe zerbrach an dem plötzlichen Kindstod seiner dreimonatigen Tochter. Nora Linde hingegen ist noch nicht an den hochnäsigsten Schwiegereltern zerbrochen – auch nicht an ihrem egoistischen Ehemann. Die andere, dunkele Seite in diesem Krimi wird zunächst repräsentiert von der alternden Croupière Kicki Berggren und ihrem Cousin Krister, ehemals Lagerarbeiter im Systembolaget und hier als Leiche auftauchend, die am Strand von Sandhamn angespült wird. Von den beiden letzten Mitgliedern der unterprivilegierten Familie hatte Kicki eine Idee, wie man zu Geld kommen könnte. Krister war davon zunächst jedoch nicht begeistert. Trotzdem versuchte er in der Zeit, in der seine Cousine zum Jobben auf Kos war, die Idee umzusetzen, mit dem Erfolg, als Toter an Land von Sandhamn geschwemmt zu werden.

Während Andreasson noch überlegt, ob Krister durch Unfall oder Fremdverschulden sein Leben verlor, taucht eine zweite Leiche auf, ermordet wie schnell festgestellt wird.

Die Bewohner der Schäre sind verängstigt, Touristen bleiben der Insel fern. Die Bullerbü-ähnliche Idylle ist gestört, denn die Medien spekulieren, dass ein Serienmörder sein Unwesen auf der kleinen Insel treibt.

Alles nicht so schlimm, wie die Zeitungen mutmaßen!

Viveca Sten präsentiert leichte schwedische Krimikost, frei von jeglicher Brutalität, herzschonend in idyllischem, farbenprächtigem Umfeld. Nora Linde, die hier nicht als Juristin agiert sondern als alte Freundin von Thomas, hilft maßgeblich bei der Aufklärung des Geschehens und mit ihr lernen wir die herrliche Landschaft des Stockholmer Schärengartens kennen. Ein Krimi zum Träumen von Urlaub oder vom Leben auf einer kleinen Insel in der Ostsee, versetzt mit ein paar Leichen und einer nicht sehr aufregenden Kriminalgeschichte.

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Originaltitel: I de lugnaste vatten, Schweden 2008, dt. 2010 (Übersetzung: Dagmar Lendt)

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 12.03.2011 auf http://philipp1112.wordpress.com

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