Deon Meyer: Dreizehn Stunden

13 ereignisreiche Stunden im Leben des Inspectors Bennie Griessel bei der Polizei in Kapstadt.

Ein Arbeitstag mit Morden und der Jagd nach Verbrechern, die eine amerikanische Rucksacktouristen quer durch die Stadt verfolgen. Anspannung bei Griessel, der auf einen ungeliebten Job abgeschoben, hofft, an diesem Tag auch private Probleme zu lösen. Ein aktionsreicher Tag für ihn mit persönlichen und beruflichen Höhepunkten und Niederlagen.

Der Tag beginnt für ihn kurz nach 5 Uhr mit der telefonischen Nachricht, dass die Leiche einer Frau gefunden wurde. Bennie muss zum Tatort und findet dort eine junge amerikanische Touristin mit durchschnittener Kehle. Parallel dazu wird eine zweite Amerikanerin aus der gleichen Reisegruppe von mehreren Männern verfolgt. Die Flüchtende bangt um ihr Leben. Sie hat Angst, wie ihre Freundin, mit der sie Afrika bereist, ermordet zu werden.

Doch zunächst wird Bennie Griessel noch zur Leiche eines Musikproduzenten gerufen. Dessen Leiche wurde von seiner Haushälterin und der alkoholsüchtigen Ehefrau in seinem Haus gefunden.

Der Inspector, dessen Aufgabe es zunächst ist, lediglich die neuen „Schwarzen“ in ihren Job bei der Kripo einzuarbeiten und ihnen als Mentor zur Verfügung zu stehen, übernimmt mehr und mehr die Verantwortung, insbesondere wird sie ihm auch übertragen von seinem vorgesetzten Kommissaris, der erkennt, dass die vom System geförderte neue Riege der Zulzs und Xhosas noch nicht über die Fähigkeiten, einen solchen Fall erfolgreich zu bearbeiten, verfügen.

Griessel konzentriert sich auf die Suche nach der flüchtenden Amerikanerin, die heimlich mit ihrem Vater in Amerika telefoniert, die sich versteckt hält – auch, weil sie kein Vertrauen zur örtlichen Polizei hat. Vater mobilisiert die Botschaft, das südafrikanische zuständige Ministerium und damit wird die Suche für die Polizei zu einer höchst bedeutsamen Angelegenheit.

Warum die Touristinnen mit Verbrechern zu tun haben, darüber wird spekuliert und eine Fährte ausgelegt: als Drogenkuriere seinen die jungen Frauen unterwegs gewesen.

Griessels Kollegen untersuchen derweil den Mord an dem Musikproduzenten und ihm gelingt es die Verknotung der beiden Fälle zu erkennen und zu lösen. Und das in 13 Stunden.

Es ist nicht nur die Handlung des Thrillers, die hier erzählt wird, es ist auch ein teil der geschichte Südafrikas auf dem Weg von der Apartheid in ein System der Gleichberechtigung aller Bewohner, das allerdings auch Nutznießer und Verlierer hat. Hier wird es am Beispiel der Polizei dargestellt. Außerhalb der Institution Polizei verhält es sich ebenso, aber eins kommt noch hinzu: Die Verbrechen, die aus Geldgier verübt werden – und die geschehen unabhängig von Hautfarbe und politischer Ranküne. Ein solches Verbrechen, bei dem Schwarz und Weiß zusammen agieren, ist der Hintergrund der Story.

Deon Meyer, der in seiner Muttersprache Afrikaas schreibt, hat uns einen spannenden und dynamisch geschriebenen Thriller zu lesen gegeben, der uns zudem noch ein Stück modernes Südafrika mit dessen Problemen beschreibt.

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Originaltitel: 13 Uur, Südafrika 2009 (auf Afrikaans), dt. 2010 (Übersetzung: Stefanie Schäfer)

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 02.09.2010 auf http://philipp1112.wordpress.com

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3 Antworten zu Deon Meyer: Dreizehn Stunden

  1. Tina schreibt:

    Das ist eins meiner liebsten Bücher von Deon Meyer, obwohl ich die beiden zusammenhängenden Bände mit der Figur Thobela ( einem ehm. Befreiungskämpfer) inhaltlich anspruchsvoller finde. „Dreizehn Stunden“ jedoch ist an Spannung m.E. kaum zu überbieten.
    Aber „Das Herz des Jägers und der „Atem des Jägers“ gehen noch viel tiefer auf die Geschichte Südafrikas und deren Nachwirkungen in die Gegenwart, ein.

  2. Pingback: Mike Nicol: Bad Cop | KrimiLese

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