Dan Wells: Ich bin kein Serienkiller

Es ist schon ein verrücktes Buch von dem der Autor behauptet, es trage keine autobiographischen Züge. Ich glaube ihm nicht!


Sicherlich unterscheidet sich seine Psyche von der des Protagonisten John Wayne Cleaver, bestimmt ist Dan Wells auch kein Soziopath – bei der Masse an Menschen, die er in der Danksagung am Ende des Buches bedenkt.

Mit Sicherheit haben John und somit auch Dan das umfangreiche Wissen über Serienmörder, deren Taten und Motive gemein.

In Wells Romandebut, dem ersten Band einer Trilogie, lernen wir den fünfzehnjährigen John Wayne Cleaver kennen, der mit seiner Mutter über einer Leichenhalle wohnt. Mutter und deren Zwillingsschwester betreiben ein Bestattungsunternehmen, in dem John ab und zu mit hilft. Und so erfahren wir von ihm, wie Leichen einbalsamiert werden – solche, die eines natürlichen Todes gestorben sind, und solche, die durch Verbrechen in diesen Status überführt wurden.

Wir erfahren auch, dass John ein Faible für Serienkiller hat und Angst davor hat, selbst einer zu werden, gibt es doch in seinem Leben genügend Parallelen zu Eigenschaften derartiger Verbrecher.

Nicht nur, dass er Bettnässer und Pyromane ist und einen hang zur Tierquälerei besitzt, zudem ist auch sein Vorname John Wayne (sein Vater hatte ihn in Verehrung des Helden vieler Western so genannt) der eines Serienkillers,ebenso wie der Vorname seines Vaters. Außerdem bedeutet der Familienname im Deutschen Hackebeil – und wer hat nicht schon von Fritz Haarmann gehört, der mordend mit dem Hackebeil durch Hannover und das Umland zog. Zum Glück lässt sich John therapieren, nachdem der Psychologe eine Verhaltensstörung bei ihm festgestellt hat. Und dann hat sich der Junge noch Regeln aufgestellt, um zu verhindern, dass er untergeordnete Verhaltensweisen von Serienmördern praktiziert.

John kennt sich aus mit Serienmördern wie kein anderer in der kleinen amerikanischen Stadt Clayton im Mittel-Westen. Er hat alles über sie gelesen, was er in Büchern und im Internet finden konnte.

Und dann passiert es. Zunächst geschieht ein Mord in dem bis dahin langweiligen Städtchen, vier Wochen später ein zweiter und John erkennt in den Morden das Muster eines Serienkillers, der seinem Opfer jeweils ein Organ oder Körperteil entnimmt. Den vierten Mord erlebt John sogar mit, allerdings verläuft er anders, als das der Augenzeuge vermutet hatte.

Dem Mörder auf der Spur informiert John die Polizei von dem nächsten unmittelbar bevorstehenden Mord, doch die Polizisten erscheinen zu spät und der Mörder schafft es sogar durch seine dämonischen Kräfte sich der beiden Polizisten zu entledigen. Drei auf einen Streich könnte man in Anlehnung an das tapfere Schneiderlein sagen. So erkennt John, dass weder ein normaler Mensch und auch nicht die Polizei den Dämon mit normalen Mitteln besiegen oder auslöschen können.

Und da meldet sich das Böse in John, sein Mr. Monster, der ihm einredet, den Dämon vernichten zu müssen.

John Wayne Cleaver schafft es – aber zu welchem Preis?

Ganz nebenbei, neben diesen aufregenden Aktionen um die Morde, den mordenden Dämon und dessen Beseitigung durch John gibt es noch die aufkeimende Liebesgeschichte zwischen John und dessen Schulkameradin Brooke. Mr. Monster versucht, John dazu zu bewegen, seine Regeln, die er zum Umgang mit dem Mädchen aufgestellt hat, zu durchbrechen. Zur Zeit kann John das Böse in ihm noch weitgehend beherrschen, aber Mr. Monster wird stärker.

Wie lange wird John noch dem Verlangen des Bösen widerstehen? Wie lange kann er verhindern, ein Serienkiller zu werden?

Im zweiten Band der Trilogie, Titel „Mr. Monster“ werden wir  mehr erfahren.

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Originaltitel: I Am Not a Serial Killer, USA 2009, dt. 2010 (Übersetzung: Jürgen Langowski)

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 11.05.2010 auf http://philipp1112.wordpress.com

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