Daniel Silva: Das Moskau-Komplott

Hier geht es nicht darum, zwei Morde aufzuklären und die Mörder oder Hintermänner hinter Gitter zu bringen. Hier geht es um das ganz große Ding und wie vermieden werden kann, dass das Ding wirksam wird.

Es geht darum zu unterbinden, dass Terrororganisationen Raketen für ihre Unternehmungen einsetzen können. Und mit dieser Geschichte hat Daniel Silva mit Moskau-Komplott einen höchst interessanten und spannenden Fall geschildert.

Die Story fängt mit einem für den weiteren Verlauf der Handlung banalen Auftragsmord an einem russischen Journalisten an, doch schon bald wird klar, dass es um einen superreichen, superkriminellen Waffenschieber, den russischen Oligarchen Iwan Charkow, und dessen gefährliche Geschäfte geht, die zu einem Anschlag, schlimmer als der von 9/11, führen könnten.

Der israelische Geheimdienst hat größtes Interesse daran, dass die „Pfeile Allahs“ nicht eingesetzt werden, und schickt den Besten gegen Charkow und dessen Geschäfte aus den Flitterwochen in die gefährliche Unternehmung. Der Beste ist Gabriel Allon, Silva-Kennern bereits aus anderen brisanten Fällen bekannt. Mit der Unterstützung einiger westlicher Geheimdienste versucht Allon mit einem Kreis weiterer Ermittler aus verschiedenen Diensten, sich die Informationen zu verschaffen, um die Geschäftsverbindungen des ehemaligen hochrangigen KGB-Offiziers aufzudecken und den Weg der Waffen zu verfolgen, bevor sie auf die Ziele losgelassen werden.

Dass Charkow völlig skrupellos agiert, seine Geschäfte im Rahmen alter KGB-Allianzen durchführt und beste Verbindungen sowohl zur Kremlführung als auch zu Einkäufern kleiner und großer Waffen in aller Welt hat, die ihn letztlich Geschäfte nicht nur mit den Warlords der 3. Welt sondern auch mit anderen Organisationen ermöglichen, ist selbstverständlich. So müssen Gabriel Allon und sein Team alle Mittel einsetzen um in die Nähe von Charkow und damit an die notwendigen Informationen zu kommen. Gabriel Allon wäre nicht der Super-Agent, würde er nicht zum Erfolg kommen – aber wie, das berichtet Daniel Silva auf faszinierende Weise.

Das Buch hat mich gefesselt wie seit langem kein Thriller mehr, Daniel Silva hat mich beeindruckt durch seine Weise, die Spannung aufzubauen und bei allem ungläubigen Staunen beim Lesen den Eindruck erweckt, glaubwürdig zu sein.

Die zwei Anmerkungen des Verfassers am Schluss des Buches sind lesenswert:

Zum einen eine sehr sachliche Beschreibung, was Fiktion und was das wirkliche Umfeld ist – ob es sich um das neue Rußland, die Gefahr des internationalen Terrors oder die Arbeit der Geheimdienste handelt.

Zum anderen die „Vita“ des Gabriel Allon, der als Daniel Silvas Held wie erwähnt bereits in diversen Thrillern unglaubliche und spektakuläre Aktionen mehr oder weniger unversehrt überstanden hat. Dieser kurze Abriss über Allons Wirken beim israelischen Geheimdienst ist nützlich, da mehrmals im Buch Bezug genommen wird auf vergangene Aufgaben. Darüber hinaus kann dieser Abriss auch als Werbung für die anderen Allon-Stories gesehen werden.

Die dreitte Anmerkung “Danksagung” zeigt, dass Daniel Silva umfangreiche Recherchen zu diesem Buch durchgeführt hat.

Das Moskau-Komplott regt dazu an, auch die anderen Fälle des israelischen Agenten kennen zu lernen.

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Originaltitel: Moscow Rules, USA 2008, dt. 2010 (Übersetzung: Reiner Pfleiderer)

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Diese Rezension wurde zuerst veröffentlicht am 06.02.2010 auf http://philipp1112.wordpress.com

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