Carsten Sebastian Henn: Die letzte Reifung – Ein kulinarischer Krimi

Ein amüsanter, sehr käselastiger Krimi. Professor Dr. Dr. Albert Bietigheim, Inhaber des einzigen deutschen Lehrstuhls für Kulinaristik, befindet sich auf einer Tour de Fromage im Burgund mit Holland-Fahrrad, Strohhut und seinem Foxterrier Benno von Saber. Er besucht die berühmtesten Käser und Käserinnen Frankreichs. Die Tour wird jedoch unterbrochen als er bei einer Käserin eintrifft, die ihn nicht mehr lebend begrüßen kann. Ein Messer steckt ihr im Rücken. Während der Bürgermeister des Ortes und die Polizei den Mord vertuschen will, bemüht sich der Herr Professor um Aufklärung. Statt den Mörder zu finden, stößt er jedoch zunächst auf eine weitere Leiche. Und das ist eine ganz besondere. Das Besondere ist nicht die Person, sondern die Todesart – die mich außerordentlich begeistert hat, weil sie sowohl eine mir bis dahin unbekannte als auch eine milieubezogene ist – : Der Kopf des berühmten Fromagers wurde in rotes, flüssiges Paraffin getaucht, wie ein Käselaib, der zum Versand damit überzogen wird. Diese Schicht ist bekanntlich luftundurchlässig und beendet den Reifeprozeß des Käses. Hier beendete sie das Leben des Käsers.

Mit menschlichen Helfern und Benno von Saber gelingt es schließlich dem radelnden Käse-Aficionado den Mörder zu überführen, nachdem er vielen falschen Fährten hinterhergefahren ist, mit seinem professoralen Denken und jeder Menge Käseverstand jedoch immer wieder auf den richtigen Weg zurück gefunden hat.

„Französischer Käse unter besonderer Berücksichtigung der Gefahren der Käsehersteller im späten Reifungsprozeß“ wäre ein möglicher anderer Titel dieses kulinarischen Krimis gewesen. Angesichts des überwiegend lockeren Humors, teilweise aber auch wegen der zwanghaften Lustigkeit ist dieser Käse… ähm Krimi ….jedoch mit Vorsicht zu genießen. Besonders geeignet für frankphile Personen, die eine große Affinität sowohl zu Käse als auch Humor haben, keineswegs für käsephobe Spaßbremsen, die von einem Krimi lediglich Blut und Brutalität erwarten.

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Erschienen: Deutschland, 2011

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