Simon Beckett: Obsession

Sarah, Bens Frau, ist plötzlich gestorben und hinterlässt ihm den kleinen autistischen Sohn Jacob. Jacob ist Sarahs leiblicher Sohn, so war es Ben von Sarah erzählt worden. Wahr ist allerdings, dass Sarah Jacob kurz nach der Geburt aus einem Krankenhaus entführt hat. Diese Entdeckung macht Ben, als er kurz nach der Beerdigung Zeitungsausschnitte in Sarahs Kommode entdeckt, die von einem entführten Kind berichten, das am gleichen Tag geboren wurde wie Jacob.

So beginnt der vierte in Deutschland erschienene Krimi von Simon Beckett, der allerdings schon etliche Jahre vor den sehr erfolgreichen David Hunter-Romanen (Chemie des Todes, Kalte Asche, Leichenblässe) erschienen ist. Im Rausch des Erfolgs der anderen Bücher wurde nun auch eines aus der Zeit vor dem Erscheinen der “Chemie des Todes” veröffentlicht und in die Bestseller-Listen gespült. Weitere ältere werden im August 2009  (Flammenbrut) und 2010 (Voyeur) folgen.

In diesem Roman steht Ben als Agierender im Mittelpunkt. Nach der Entdeckung der wahren Herkunft von Jacob, versucht er zunächst herauszufinden, was seine geliebte Sarah zu der Kindesentführung getrieben hat. Dabei stellt sich heraus, dass die Antwort in der Frage nach dem „Wer hat sarah dazu getrieben“ zu finden ist. Ben macht sich darauf hin mit Hilfe eines zwielichtigen Detektivs – aber diese Zwielichtigkeit kommt erst spät ans Licht – auf die Suche nach den richtigen Eltern. Die Behörden stellen das Recht des leiblichen Vaters, von dem Ben schnell den Eindruck erhält, dass er unfähig ist, angemessen für Jacob zu sorgen, über das Wohl des Kindes. Bens Versuche, den Beweis anzutreten, dass Jacob besser bei ihm aufgehoben sei, führen über gefährliche Recherchen, die fast zum Tode führen, und Missverständnissen auf der Behördenseite, schließlich doch dazu, dass Ben das Sorge- und Aufenthaltsrecht für Jacob erhält – doch dann ist Jacob verschwunden.

In einem spektakulären Finale zwischen viel Blech auf dem Schrottplatz siegt letztlich das und der Gute, das Böse stirbt – wenn auch reichlich spät.

Auch ohne die Arbeiten des Forensikers David Hunters und dessen Wege auf falschen Fährten erzeugt Simon Beckett erhebliche Spannung. Wenn auch die ausführlichen Recherchen und die teilweise ermüdenden Selbstzweifel Bens in diesem Thriller zuweilen langatmig machen und man gern mal einige Seiten beim Lesen überspringen würde. Nachdem die David Hunter-Story zumindest bei Leichenblässe schon leichte Abnutzungserscheinungen zeigt – oder gar schon am verwesen ist – wird in Obsession eine aufregende Geschichte präsentiert.

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