Simon Beckett: Chemie des Todes

„Der menschliche Körper beginnt fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen.“

Der forensische Anthropologe David Hunter erzählt von seinen Erlebnissen als Landarzt und den Ereignissen in einem abgelegenen Dorf  in England. Er vermittelt aber auch einen Einblick in die Arbeit eines forensischen Anthropologen bei der Ermittlung von Todesart und Todeszeitpunkt, in die Chemie des Todes, der Verwandlung des Körpers bei Verwesung und die dabei ablaufenden chemischen, physikalischen und biologischen Prozesse.

Vor Jahren habe ich als Zeitungsleser den Mord an einer Pastorenfrau in einem Wald bei Braunschweig verfolgt, bei dem Todeszeitpunkt und Ort des Geschehens eben durch die hier beschriebenen Methoden und Erkenntnisse mit aufgeklärt wurden. Nach einem längeren Indizienprozeß, in dem auch die Art und das Entwicklungsstadium der an der Leiche gefundenen Maden eine wichtige Rolle spielten, wurde der Ehemann und Pastor wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt.

Das Thema der forensischen Anthropologie interessiert mich und so kam ich zu diesem Buch. Als begeisterter Leser von Kriminalromanen faszinierte mich dann auch die Story mit dem Spannungsaufbau und der Lösung des Falles.

Denn zunächst wird eine bereits erheblich verweste weibliche Leiche gefunden, zu der  David Hunter gerufen wird.  Hunter arbeitet in der Gemeinde als Landarzt, seine Geschichte als forensischer Anthropologe hat er  bisher in diesem Umfeld nicht preisgegeben – auch nicht seinem Kollegen Henry Maitland, in dessen Praxis er arbeitet Maitland wäre so gern Psychologe geworde, hätten ihn nicht familiäre Gründe gezwungen, weitere Studien abzubrechen und sich in diesem gottverlassenen Dorf niederzulassen.

Hunter erklärt sich bereit, die lokale Polizei bei den Ermittlungen durch die Untersuchung der Leiche zu helfen und stellt fest, dass der Zeitpunkt des Verschwindens der Frau einige Tage vor ihrem Tod bemerkt wurde.

Als eine zweite weibliche Person aus dem Ort vermisst, wächst die Nervosität der Bewohner. Die Polizei wird als unfähig betrachtet, es bildet sich eine Bürgerwehr, die Selbstjustiz üben will und die auch Hunter als Verdächtigen sieht.

Nachdem die Leiche der zuletzt Verschwundenen ähnliche Zeichen des Verlaufs von Entführung und Ermordung wie die der ersten Toten aufweist, wird von dem gleichen Mörder ausgegangen.

Dann verschwindet die Freundin Jenny des forensischen Anthropologen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. David Hunter bringt die Polizei auf eine falsche Fährte, als er versucht, Jenny zu finden. Schließlich findet er doch noch den richtigen Weg, von dem er kurzfristig von seinem Kollegen Henry Maitland abgehalten wird.

Psychologie und psychologisch gebildeter Arzt spielen eine Schlüsselrolle bei der Story.

Packende Story mit jeder Menge Spannung und einem überraschenden Ende.

______________________________________________________

Originaltitel: The Chemistry of Death, Großbritannien 2006, dt. 2006 (Übersetzung: Andree Hesse)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Rezension abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s